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Neue Comic-Serie „Snirks Café“ : Die Rückkehr des Volker Reiche

Bild: Volker Reiche

Sein Comic „Strizz“ ist eine Legende. Neun Jahre lief sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Nun startet Volker Reiches neue Fortsetzungscomic „Snirks Café“.

          Mehr als fünf Jahre ist es nun her, dass Volker Reiche seine werktägliche Serie „Strizz“ in der F.A.Z. eingestellt hat. Und immerhin mehr als drei Jahre, dass auch die dann nur noch wöchentliche Halbseite verschwand. Danach verlegte Reiche sich auf die Malerei und publizierte im vergangenen Herbst seine famose Comic-Autobiographie „Kiesgrubennacht“. „Strizz“ aber war Geschichte – im wahrsten Sinne des Wortes, denn nicht nur hatte Reiche die wichtigsten deutschen Auszeichnungen für seine Serie gewonnen (den Max-und-Moritz-Preis, den Gulbransson-Preis, den Swift-Preis), sondern „Strizz“ ist mittlerweile fester Bestandteil der Comicgeschichtsschreibung geworden, zum Beispiel in Klaus Schikowskis gerade im Reclam Verlag erschienener großer Studie „Der Comic: Geschichte, Stile, Künstler“. Doch historische Bedeutung hin oder her: Den Lesern der F.A.Z. ist Volker Reiches Zeichen- und Erzählkunst auch Jahre nach dem Abschied immer noch ganz gegenwärtig.

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          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Nun kehrt er zurück. Mit einer neuen Serie, die von nun an erst einmal für fünf Monate auf der Schlussseite des gedruckten Feuilletons und bei FAZ.NET laufen wird. Nicht „Strizz“ ist sie betitelt, sondern „Snirks Café“. Alles ist da, was wir an „Strizz“ geliebt haben: die Linienführung, der Wort- und Einfallsreichtum, der Witz. Und in dieser ersten Folge auch noch Herr Strizz selbst, der in gewisser Weise seinem Nachfolger Snirk den Stab übergibt. Im vorletzten Bild verschwindet er dann aus der neuen Serie und überlässt das Terrain den neuen Figuren.

          Die junge Stimme der Vernunft

          „Leicht wird er es nicht haben, der Herr Snirk“, sagt Volker Reiche zum Neustart, „auch wenn ihm (zunächst?) freche Kampfkater erspart bleiben.“ Snirk heißt eigentlich Fischer, doch für sein neugegründetes Dienstleistungsunternehmen brauchte er einen griffigen und vor allem unverwechselbaren Namen, und er wählte dazu „Snirks Café“. Den hat er aus einem sehr klugen Buch, wie wir in der sechsten Folge lernen werden: einem Comicmagazin namens „Zebra“. Dieses Fanzine gibt es tatsächlich, und vor dreizehn Jahren, also noch vor „Strizz“, ist darin eine Geschichte von Reiche erschienen, die den Namen „Snirks Café“ trug. Das war allerdings ein Science-Fiction-Abenteuer, während die nun beginnende Serie uns in die unmittelbare Gegenwart führt.

          Wie immer bei Volker Reiche möchten seine Figuren gern etwas Größeres sein. Das gilt auch für Julian, den wir schon morgen in der zweiten Episode kennenlernen werden, den kleinen Sohn von Snirks hübscher Freundin Julia, der jedoch unter seinem Namen, der dem der Mutter so ähnlich ist, derart leidet, dass er sich selbst zum „Starken Hans“ erklärt. Wie ehedem Rafael in „Strizz“ ist dieser Junge die wahre Stimme der Vernunft gegen den beruflichen Träumer Snirk.

          Das ist zunächst das Kerntrio des neuen Comics „Snirks Café“: Fischer alias Snirk, Julia und Julian alias Hans. Später werden noch ein grantiger alter Herr, eine resolute Dame und ein schlaues Mädchen dazustoßen. Alle leben sie in Frankfurt am Main. Es soll weniger politisch zugehen als früher in „Strizz“, aber wer Volker Reiche kennt, der weiß, dass er das aktuelle Geschehen nicht plötzlich ignorieren wird. Oder wie der Autor von „Snirks Café“ es selbst formuliert: „Reiche wäre nicht Reiche, wenn er nicht wie Reiche erzählte.“ Jetzt kann man ihm dabei endlich wieder zuhören. Und vor allem natürlich zusehen.

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