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Erinnerungen an Capri : Elektrisierende Momente des Wahnsinns

  • -Aktualisiert am

„Schroffe Felsen im kalten Winterlicht. Ein Arnold-Böcklin-Szenario. Auch die Funicolare ist fast menschenleer. Es riecht nach verbranntem Holz.“ Marina Grande, Capri Bild: Picture-Alliance

Ein Welttheater im Mittelmeer, Heimat von Künstlern, Hautevolee und Exzentrikern: Das sonst so mondäne und teure Capri verwandelt sich dieser Tage zurück in einen einsamen Kalksteinfelsen.

          12 Min.

          Die etwas altkluge Gwendolen sagt in Oscar Wildes Theaterstück „Bunbury“ den wunderbaren Satz: „Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.“ Heute wäre sie womöglich Influencerin – und alles Aufregende in ihrem Leben würde unmittelbar auch in den sozialen Medien stattfinden. Es gibt mittlerweile wohl kaum etwas Anachronistischeres, als das Schreiben eines Reisetagebuchs.

          Menschen, die, statt auf dem Display ihres Handys herum zu wischen und zu tippen, Notizen in ein Heft schreiben, also Stift benutzen und Papier, haftet ja schon fast etwas Subversives an. Keine Frage, Smartphones sind inspirierende und das alltägliche Leben vielfach erleichternde Geräte, aber ich bin dankbar für meine meist randvoll gekritzelten, oft fleckigen und allesamt verknitterten Hefte, in die ich auf Reisen Notizen machte. Oft sind es nebensächliche Beobachtungen und Geschehnisse, wie alltägliche Whatsapp-Nachrichten es ja meist auch sind, manchmal aber funktionieren selbst die belanglosesten Sätze wie ein Streichholz, und beim Lesen flammt sehr lebendig eine Erinnerung auf. So wie beim Eintrag aus dem September 2017.

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