https://www.faz.net/-gqz-vaw2

Zum Tode Pavarottis : Domingo: „Seine Stimme war göttlich“

  • Aktualisiert am

Er berührte die Menschen: Luciano Pavarotti Bild: AFP

Von Domingo bis Elton John: Die Musikwelt würdigt den verstorbenen Luciano Pavarotti als einen der größten Sänger seiner Zeit. Durch seine publikumswirksamen Auftritte habe er die klassische Musik auch außerhalb der Opernhäuser populär gemacht.

          Die Musikwelt würdigt den verstorbenen Luciano Pavarotti als einen der größten Sänger seiner Zeit. Durch seine publikumswirksamen Auftritte habe er die klassische Musik auch außerhalb der Opernhäuser populär gemacht.

          Placido Domingo: „Ich habe immer seine göttliche Stimme bewundert und auch seinen Sinn für Humor“, zitierte die Webseite des Fernsehsenders „RAI News 24“ eine in Los Angeles veröffentlichte Mitteilung Domingos. „Bei unseren Konzerten mit Carreras habe ich manchmal fast vergessen, dass wir vor einem zahlenden Publikum auftraten, so viel Spaß haben wir dabei gehabt“, fügte Domingo hinzu. (Pavarotti und Domingo hatten zusammen mit José Carreras als „Die drei Tenöre“ Welterfolge gefeiert.)

          José Carreras: „Ich bin stolz darauf, dass ich Pavarottis Kollege und Freund war. Dass dieser Tod nicht unerwartet kam, macht ihn nicht weniger schmerzhaft. Sein Mut und seine Stärke, mit der er seinem schweren Krebsleiden entgegengetreten ist, hat uns alle tief beeindruckt. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie und engsten Freunden.“

          Elton John: „Ein trauriger Tag für die Musik und ein trauriger Tag für die Welt.“

          Die spanische Sopranistin Montserrat Caballé hat ihren italienischen Kollegen als einen „wunderbaren Menschen“ gewürdigt. „Pavarotti war ein Meister, der uns lehrte, solidarisch zu sein“, sagte die Diva am Donnerstag in Barcelona. „Er benötigte keine Show, um zu glänzen. Er wollte vor allem einen guten Job machen. Und in der Tat, er erledigte seine Arbeit besser als alle anderen.“ Caballé erinnerte daran, dass der Italiener ihr, als sie 1985 krank war, Mut zugesprochen habe mit den Worten: „Den starken Menschen kann niemand etwas anhaben.“ Aber nun habe es ihn selbst erwischt. „Ich bin sehr traurig“, sagte die Sängerin.

          Italiens Kulturminister Francesco Rutelli hat Luciano Pavarotti als „Giganten des 20. Jahrhunderts“ gewürdigt. „Er hinterlässt eine nicht mehr ausfüllbare Lücke bei allen Fans großer italienischer Musik“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Der „Tenorissimo“ habe nicht nur eine unvergleichliche und beeindruckende Stimme gehabt, sondern auch eine enorme Bühnenpräsenz, die ihn zu einem der wichtigsten Protagonisten der italienischen Opern-Tradition gemacht habe. „Big Luciano wird für immer einen Platz in der Musikgeschichte haben.“

          Regisseur Franco Zeffirelli: „Es gab Tenöre, und dann gab es Pavarotti. Er liebte die Musik, und sein größter Verdienst war es, sie als ein Ganzes behandelt zu haben, vom lyrischen Fach über einfache Lieder bis hin zur Operette. Dies zeigten auch seine 'Pavarotti & Friends'-Konzerte, wo ohne Grenzen jede Art von Musik aufgeführt wurde.“

          Helga Rabl-Stadler, Präsidentin Salzburger Festspiele: „Luciano Pavarotti war einer jener Künstler, der schon beim ersten Ton das Publikum und die Presse verzaubern konnte. Auch in Salzburg hat er für außerordentliche Abende gesorgt.“ Pavarottis Debüt bei den Salzburger Festspielen fand am 31. Juli 1976 im Großen Festspielhaus mit italienischen Liedern und Arien statt.

          1978 trat er als „Sänger“ in Richard Strauss' „Der Rosenkavalier“ auf und gestaltete einen Liederabend. In Mozarts „Idomeneo“ verkörperte er 1983 die Titelpartie in der Regie von Jean-Pierre Ponnelle, Dirigent James Levine. 1985 und 1988 fanden zwei Liederabende statt, in denen Luciano Pavarotti vom Festspielpublikum gefeiert wurde. Auf dem Großen Festspielhaus wird ihm zu Ehren die schwarze Fahne gehisst.

          Ioan Holender, Direktor der Wiener Staatsoper: „Ich betrauere den Verlust der schönsten Tenorstimme meiner Zeit und darüber hinaus eines Menschen, der durch seine Kunst in außergewöhnlicher Weise gewirkt und dem Publikum unendlich viel gegeben hat.“ Holender ließ am Donnerstag eine schwarze Flagge als Zeichen der Trauer an der Staatsoper aufziehen.

          Nicolas Sarkozy: „Seine künstlerischen Qualitäten, seine Wärme und sein Charisma haben die ganze Welt verführt. Manche Puristen mögen seine Ausflüge in die Welt jenseits der klassischen Musik für gewagt halten, aber ich halte fest, dass die Brücken, die er geschlagen hat und die Mischung verschiedener Stile dazu beigetragen haben, immer mehr Menschen für die klassische Musik zu gewinnen.“

          Royal Opera House, London: „Luciano Pavarotti war einer der besten Sänger unserer Zeit, den Millionen Menschen vermissen werden. Er war einer dieser seltenen Künstler, der das Leben der Menschen auf dem ganzen Globus berührte.“ Er habe die Oper auch den Menschen näher gebracht, die sonst vielleicht nie der klassischen Musik begegnet wären. „Indem er das tat, machte er ihr Leben reicher. Das wird sein Erbe sein.“ Pavarotti habe die einzigartige Fähigkeit gehabt, die Menschen mit seiner „emotionalen und brillanten Stimme“ zu berühren.

          Russell Watson, britischer Tenor: „Pavarotti hat ohne Zweifel die Oper zum Volk gebracht. Sein WM-Auftritt mit den 'Drei Tenören' war ein vollkommenes Meisterstück, er war unglaublich, er lebte sein Leben in vollen Zügen.“

          Adrian Collette, Direktor der australischen Oper: „Wir sind sehr traurig über das Hinscheiden einer der größten Opernstimmen des 20. Jahrhunderts. So eine Stimme gibt es selten. Glücklicherweise bleibt sie uns durch die zahlreichen Aufnahmen erhalten.“

          Pavarotti war nach Angaben der australischen Oper zwei Mal in Australien aufgetreten: 1965 und 1983, als er bei einem Galakonzert mit der australischen Sopranistin Dame Joan Sutherland im weltberühmten Opernhaus von Sydney den Rudolf in Puccinis „La Bohème“ sang.

          Giorgio Pighi, Bürgermeister von Modena: „Ein großer Künstler verlässt uns, ein guter Mensch. Luciano Pavarotti hat Modena Glanz verliehen.“ Pighi kündigte an, das Stadttheater nach dem großen Sohn der norditalienischen Stadt benennen zu wollen.

          Weitere Themen

          „Dark – Staffel 2“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Dark – Staffel 2“

          Es geht weiter: Die 2. Staffel der „Dark“-Trilogie ist ab 21. Juni auf Netflix verfügbar.

          Der Kunstrichter kultiviert sein Inkognito

          Bernd Eilert wird 70 : Der Kunstrichter kultiviert sein Inkognito

          Lieber Federhalter als Solodichter: Bernd Eilert arbeitete lange Zeit mit Otto Waalkes zusammen und schrieb unter einem Sammelpseudonym für die Satire-Zeitschrift Titanic. Nun wird der deutsche Schriftsteller siebzig.

          Topmeldungen

          Das internationale Ermittlerteam in Sachen MH17 präsentierte am Mittwoch vier Männer, die wegen Mordes in den Niederlanden vor Gericht gestellt werden sollen.

          MH17-Abschuss : Vier Mordanklagen in den Niederlanden

          Die internationalen Ermittler wollen im Fall des Abschusses des Flugzeugs MH17 vier Verdächtige identifiziert haben. Russland und die ostukrainischen Separatisten weisen abermals jegliche Verantwortung zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.