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Zum Tod von Gisela May : Brechts First Lady

Gisela May, 1924 bis 2016 Bild: dpa

Über viele Jahrzehnte prägte sie als Theaterschauspielerin das Berliner Ensemble. Sie sang Chansons auf den großen Bühnen und hinterließ ihre Spuren auch im Fernsehen. Ein Nachruf auf Gisela May.

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          Sie war die Tochter der Urmutter Courage. 1978 folgte Gisela May in Brechts Paraderolle auf Helene Weigel und stand damit dreizehn Jahre lang auf der Bühne des Berliner Ensemble. Von Brechts krächzender Stimme konnte sie noch erzählen und auch davon, dass er eher „auf bäuerliche Frauen stand“, nicht auf „so hübsch geschminkte“ wie sie.

          Simon Strauß
          Redakteur im Feuilleton.

          Als Interpretin seiner Lieder wurde May später trotzdem international bekannt. Von Hanns Eisler entdeckt, feierte sie in der DDR als „First Lady des politischen Songs“ Erfolge, hatte umjubelte Gastauftritte weltweit. Bei der Wahl ihrer Rollen war sie nicht festgelegt: Sie spielte die Glanzrollen des realistischen Theaters genauso wie die Titelfigur in einem amerikanischen Musical. Und blieb als überzeugte DDR-Bürgerin dem Sozialismus doch immer zugewandt.

          1924 in Wetzlar geboren, absolvierte sie erst die Haushalts- dann die Schauspielschule, kam 1951 ans Deutsche Theater in Berlin und wechselte später ans Berliner Ensemble. Nach der Wende wurde sie als „Muddi“ in der Fernsehserie „Adelheid und ihre Mörder“ noch einmal populär. 2002 erschien ihr anrührendes Erinnerungsbuch „Es wechseln die Zeiten“. Jetzt ist die große Diseuse und Schauspielerin Gisela May im Alter von 92 Jahren in Berlin verstorben.

          Lesen Sie auch Dieter Bartetzkos Würdigung zu Gisela May 90. Geburtstag.

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