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Christoph Koncz durfte Mozarts Violinenkonzerte auf dessen eigener Geige einspiele und verliebt sich in den Klang des Instruments. Bild: Andreas Hechenberger

Mozarts Instrument gespielt : Diese Geige ist wie Gesang

  • -Aktualisiert am

Christoph Koncz spielte Mozarts Violinkonzerte auf dessen eigener Konzertgeige ein. Im Interview berichtet er von bürokratischen Hürden und darüber, wie der Klang der Geige den Komponisten inspiriert haben könnte.

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          Es gibt ein Foto, auf dem Sie geradezu verzückt Mozarts Geige betrachten. War es Liebe auf den ersten Blick?

          Die Violine und ich haben einander von Anfang an sehr gut verstanden. Ich hörte sie bei der Salzburger Mozartwoche 2012 und war sofort von ihrem Klang fasziniert. Ich habe mich nach dem Konzert aus Neugier hinter die Bühne gewagt und zwei mir bekannte Mitarbeiterinnen der Stiftung Mozarteum angetroffen. Sie haben mir angeboten, selbst auf der Violine zu spielen. Da war ich natürlich völlig außer mir! Ich habe mir einen Barockbogen ausgeborgt und bin damit nur wenige Tage später in Mozarts Geburtshaus gegangen. Ich wurde in den Tresorraum geführt, man hat mir die Geige in die Hand gegeben, die Tür geschlossen, und ich konnte einfach nach Herzenslust mehrere Stunden drauflosspielen!

          Was war das für ein Gefühl?

          Es war für mich ein Erweckungserlebnis, Mozarts Violinkonzerte auf seiner eigenen Konzertmeistergeige zu spielen, mit der er selbst vor fast 250 Jahren als Solist auftrat. Ich habe dann die beiden Damen gefragt, ob es bereits eine Aufnahme der Konzerte mit diesem Instrument gibt – und sie haben überraschenderweise verneint! Das war für mich die Initialzündung für dieses Projekt, das ich mit Hilfe der Schweizer Genossenschaft Migros Aare nun verwirklichen konnte.

          Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

          Ich habe zum einen über mehrere Jahre hinweg intensives Quellenstudium betrieben. Ich wollte möglichst nahe an Mozart herankommen, beispielsweise auch in Bezug auf die Orchesterbesetzung der damaligen Zeit. Die Konzerte sind ja während seiner Amtszeit als fürsterzbischöflicher Konzertmeister in den Jahren 1773 und 1775 entstanden. Zum anderen bin ich, sooft ich konnte, nach Salzburg gereist und habe auf der Geige geübt, wofür ich der Stiftung Mozarteum äußerst dankbar bin. Wahrscheinlich hat nach Mozarts Tod niemand derart intensiv auf der Violine gespielt wie ich.

          Es ist allgemein bekannt, dass Instrumente ihren Klang verändern, wenn sie nicht regelmäßig gespielt werden. Konnten Sie das auch umgekehrt für Mozarts Geige beobachten?

          Absolut! Als Museumsinstrument wird sie nur höchstens einmal pro Jahr für ein Konzert aus der Vitrine herausgeholt. Es war daher wichtig, dass nicht nur ich mich mit dem Instrument vertraut mache, sondern auch, dass die Geige wieder regelmäßig erklingt. Es braucht einfach eine gewisse Zeit, bis sich das Holz wieder an die Schwingungen gewöhnt und das Instrument seinen ursprünglichen Klangcharakter wiedererlangt. Während der Aufnahme hatte ich dann das Gefühl: Jetzt ist die Geige wieder in ihrer wohlklingenden Form.

          Dafür musste allerdings das Instrument seinen angestammten Platz verlassen ...

          ... und von diesem Zeitpunkt an waren immer zwei Mitarbeiter der Stiftung dabei. Das war in Salzburg noch kein großes Problem. Der Große Saal im Mozarteum, wo die Aufnahmen stattfanden, gehört ja ebenfalls der Stiftung. Wir hatten aber schon Konzerte in der Schweiz, und das war natürlich ein enormer organisatorischer Aufwand. Auch für die kommende Matinee am 18. Oktober in der Kölner Philharmonie wird es nicht anders sein.

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