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Vorschau auf die Theatersaison : Neues Leben mit dem alten Traum

  • -Aktualisiert am

Halbwegs schöne neue Welt: Blick in den umgebauten Zuschauerraums des Berliner Ensembles Bild: dpa

Der Anfang vom Ende des langen Stillstands: Was sich die Theater in Deutschland trotz Corona vorgenommen haben, davon können die Bühnen in anderen Ländern nur träumen.

          5 Min.

          Die gute Nachricht ist: Corona bestimmt nicht mehr die Spielpläne. Albert Camus‘ „Pest“ wird in der kommenden Saison nur noch einmal, im Studio des Paderborner Theaters gezeigt. Ansonsten haben die Dramaturgien dem naheliegenden Impuls widerstanden, die Pandemie und ihre Nebenwirkungen zum bestimmenden Thema zu machen. Anders als bei der Flüchtlingskrise 2015, als nahezu alle Theater ihre Spielzeitplanung am politischen Problem der Zeit ausrichteten, reagieren die Bühnen dieses Mal mit größerer Zurückhaltung auf den Primat der Tagesaktualität. Etwas weniger freundlich könnte man auch sagen: Sie haben sich nichts wirklich Neues einfallen lassen, sondern holen einfach das nach, was vor Corona verabredet war. Als Reverenz an unsere neo-existenzialistische Lebensweise könnte man höchstens werten, dass viel Beckett gespielt oder Thomas Manns „Zauberberg“ an verschiedenen Häusern adaptiert wird. Was sich hinter Abenden wie „Das Ende der Welt, wie wir es kennen“ (Basel) oder „It’s gonna get worse“ (Berlin) verbirgt, bleibt abzuwarten.

          Im Großen und Ganzen jedenfalls herrscht auf den Spielplänen „business as usual“ – während im Zuschauerraum, auf den Probebühnen und an den Garderoben die neuen „Corona-Bedingungen“ das Leben schwerer, aber dafür sicherer machen. Niemand weiß, ob die in diesen Tagen beginnende neue Theatersaison wirklich so stattfinden wird, wie sie jetzt geplant ist. Die Häuser haben seit dem Frühjahr mit beeindruckender Energie A-, B-, C- und D-Pläne geschmiedet, um auf weitere Verschärfungen, Verschiebungen und Vorstellungsausfälle vorbereitet zu sein. Daneben haben sie ihren Kartenverkauf angepasst, sich von ihrer Pausengastronomie verabschiedet und manche, wie das Berliner Ensemble, haben sogar ihr Parkett umgebaut, um so den gewünschten Sicherheitsabstand zu sichern.

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