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Tabea Zimmermann im Interview : Ich habe manchmal eine Stinkwut

Die Bratschistin Tabea Zimmermann erhält den hochdotierten internationalen Ernst von Siemens Musikpreis 2020. Bild: dpa

Die Bratschistin Tabea Zimmermann erhält den Ernst-von-Siemens-Musikpreis. Hier redet sie über Chancen, aber auch über Geld russischer Oligarchen und anderen Schmutz im Musikleben.

          6 Min.

          Die Bratschistin Tabea Zimmermann gehört zu den prägenden Figuren des Musiklebens unserer Zeit. Dafür hat sie einen der wichtigsten Musikpreise der Welt bekommen, der ihr am 11. Mai in München übergeben werden sollte. Die Zeremonie ist verschoben, doch was Tabea Zimmermann zu sagen hat, das teilt sie hier schon einmal mit. F.A.Z.

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Mit 250 000 Euro dotiert, gilt der Ernst-von-Siemens-Musikpreis als der „Nobelpreis der Musik“. Er ist eine Würdigung Ihrer Leistungen, aber was kann er für die Zukunft bedeuten?

          Zunächst schafft der Preis – abgesehen von den momentan besonders schweren, pandemiebedingten Problemen – eine andere, vielleicht stärker sachbezogene Form öffentlicher Aufmerksamkeit für die klassische Musik insgesamt. Dann rückt er mein Instrument, die Bratsche, stärker in den Fokus und dazu noch die zeitgenössische Musik. Ob sich für mich persönlich etwas ändert, weiß ich noch nicht. Ich empfinde den Preis als Verstärkung meiner Arbeit, als Rückenwind, um die Projekte, die mich interessieren, weiterzuentwickeln. Es ist eine Ermutigung, artikulierter in die Öffentlichkeit zu gehen mit dem, was ich bin und was ich mache, und die Aufmerksamkeit auszunutzen, um neue Dinge anzuregen.

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