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Strafprozess gegen Jan Fabre : Demütigungen während der Proben

  • -Aktualisiert am

Tänzer in Jan Fabres Stück „Mount Olympus: To Glorify the Cult of Tragedy“ Bild: EPA

Dem Choreographen Jan Fabre werfen Tänzerinnen Machtmissbrauch vor. Jetzt beginnt der Prozess. Es ist nicht der einzige Fall.

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          Gegen den weltberühmten belgischen Künstler, Regisseur und Choreographen Jan Fabre erhoben vor drei Jahren Tänzerinnen seiner Compagnie „Troubleyn“ Vorwürfe. Er soll Mitarbeiterinnen nahegelegt haben, dass Sex mit ihm ihrer Karriere förderlich sein könnte. Er habe seine Macht missbraucht und auch sexuell ausgespielt; im Probenprozess sei es zu demütigenden Situationen gekommen, schrieben die Frauen 2018 in einem offenen Brief. Einige von ihnen stellten Strafanzeige. Die entsprechende Abteilung der Antwerpener Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. Am 21. September nun beginnt der lang vorbereitete Strafprozess gegen Fabre.

          Jan Fabre
          Jan Fabre : Bild: EPA

          Doch Teile der Kunstwelt wollen das Urteil nicht abwarten, sondern gleich handeln. So erklärte das Antwerpener Kunstzentrum „De Singel“ vergangene Woche, es werde eine Skulptur Fabres, die zur Reinigung vom Dach geholt worden war, nicht wieder anbringen. Und die Leitung der belgischen Tanzbiennale „Charleroi Danse“ hat die für den 30. Oktober angesetzte Vorstellung von Fabres neuem Stück „The Fluid Force of Love“ abgesetzt. In der Begründung der Absage von Direktorin Annie Bozzini heißt es, die Sicherheit und Unversehrtheit sowohl des Festivalpersonals wie auch von Fabres Ensemble anlässlich einer Aufführung sei angesichts erregt geführter Debatten und expliziter Drohungen in den sozialen Medien nicht zu gewährleisten. Niemand wolle Fabre vorverurteilen, vielmehr stehe der Schutz aller Beteiligten im Vordergrund.

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