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Spielplanänderung – Staffel 2 : Die Rückkehr des Theaters

Bild: F.A.Z.

Wie sieht das postpandemische Theater aus? Zum Start der zweiten Staffel der Video-Theaterserie wagen wir erneut einen Blick in fundamental gegensätzliche Gedankenwelten und verrückte Gefühlskosmen.

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          Die Theater öffnen wieder. Das Leben auf der Bühne beginnt von Neuem. Noch im Schachbrettmuster und mit etwas flauem Gefühl im Magen, aber der Motor des Betriebs läuft wieder an: Von allen Seiten werden Premierenfeuerwerke angekündigt, werden wiedergutmachende Versprechungen gegeben („Wir spielen den Sommer durch“) und wird der Wert des Wiedersehens euphorisch beschworen. Jetzt, nach dieser langen, theaterfreien Zeit, müsste ja eigentlich alles ganz anders und neu werden – denkt man, fühlt man, hofft man. Aber natürlich kann das nicht sein. Denn auch Theater sind am Ende eben nur Betriebe, die gesetzmäßigen Lieferketten gehorchen und vorausschauenden Planungslogiken unterworfen sind.

          Simon Strauß
          Redakteur im Feuilleton.

          Daher sind die jetzt nach und nach veröffentlichten Spielpläne der Bühnenhäuser auch bis oben hin prall gefüllt mit Nachgeholtem, eigentlich schon vor zwei Jahren Angesetztem. Das entspricht zwar nicht ganz der allgemeinen Aufbruchsstimmung und Euphorie über die Wiedereröffnung, ist aber natürlich arbeitsrechtlich korrekt und in jedem verabredeten Einzelfall nachvollziehbar. Wir möchten trotzdem und gerade mit Blick auf das epochale Zäsurerlebnis der Pandemie noch ein weiteres Mal Lust machen auf eine wirkliche Veränderung, Erweiterung, Umschreibung des klassischen Kanons. Nach der Spielplanänderung ist vor der Spielplanänderung, war mithin der gemeinsam gefasste Beschluss in einer pandemischen Novembernacht letzten Jahres auf den Treppen vor der Berliner Volksbühne, wo gerade allen Hindernissen zum Trotz und durch das unbedingte Wollen von über vierzig Beteiligten die „Lange Nacht der vergessenen Stücke“ produziert und aufgezeichnet worden war.

          Drei neue, verrückte Gefühlskosmen

          Das alte Team um den unermüdlichen F.A.Z.-Video-Redakteur Florian Hofmann fand sich wieder zusammen, und eine zweite Staffel der F.A.Z.-Videoserie „Spielplanänderung“ wurde geplant. Grundlage der aufwendig produzierten Kurzfilme waren drei vergessene Theaterstücke aus der ursprünglich im Feuilleton dieser Zeitung initiierten und später als Anthologie im Tropen-Verlag erschienenen Serie: Welche drei Stücke das sind, wer sie wo und mit wem vorstellt, welche fundamental gegensätzlichen Gedankenwelten und verrückten Gefühlskosmen darin berührt werden und warum eigentlich kein Theater guten Gewissens darauf verzichten kann, sie zu spielen – all das erfährt man in der ersten Folge, die von heute an zu sehen ist.

          Nur so viel sei verraten: Es geht um einen pazifistischen Hedonisten, der trotz seiner tausend Jahre genau in unsere Zeit passt. Um ein norwegisches Eifersuchtsdrama, das der Sohn eines ehemaligen Bundeskanzlers für ein absolut außergewöhnliches „Hardcore-Seelendrama“ hält. Und um das missachtete Eigenleben der Fenster, unserer schützenden Augen zur Welt. Von heute bis Samstag: fünf Dacapos, noch einmal Vorhang auf oder Kamera ab für die F.A.Z.-Videoserie „Spielplanänderung“!

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