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Neue Video-Theaterserie : Nicht systemrelevant? Daran glauben wir nicht!

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Führen durch die einzelnen Themenfelder und Theaterstücke: F.A.Z.-Redakteur Simon Strauß, Kulturjournalistin Charlotte Bernstorff und Theaterkritiker Kevin Hanschke (v.l.n.r.) Bild: Florian Hofmann

Wenn überall die Theater schließen, stellt sich die Frage nach dem Wert der Kunst: Die neue Video-Theaterserie der F.A.Z. „Spielplanänderung“ sucht nach Antworten – und erinnert mit vergessenen Stücken ans Theater.

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          Der Titel unserer neuen F.A.Z. Video-Theaterserie ist für die Bühnenhäuser des Landes gerade bitterstes Programm: „Spielplanänderung“. Ein weiteres Mal müssen sie alle ihre Vorhaben umwerfen und neue Pläne schmieden. Wann die Theater wieder spielen dürfen kann jetzt noch niemand vorhersagen. Hinter vorgehaltener Hand wird eine Öffnung im Dezember schon wieder in Frage gestellt, sogar über Pläne, den ganzen Winter über den Spielbetrieb einzustellen, wurde zuletzt diskutiert. Das sind trübe Aussichten. Durch Corona droht das Theater aus dem Blickfeld der Gesellschaft zu geraten. Je länger nicht gespielt wird, je länger die Vorhänge zu bleiben, desto stärker könnte allgemein das Gefühl wachsen, dass gar nichts fehlt.

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          In einer so großzügig subventionierten Kulturnation wie Deutschland wird die Frage nach dem Wert der Kunst eigentlich viel zu selten gestellt. Die pandemische Krise zwingt uns dazu, Antworten zu finden. Warum ist das Schauspiel systemrelevant? Was fehlt uns, wenn wir nicht ins Theater gehen? Zuerst die Schauspielerinnen und Schauspieler, jene also, deren Beruf die spektakuläre Verwandlung vor unseren Augen ist. Dann vielleicht die besondere Atmosphäre, jener spannungsvolle Moment, bevor das Licht ausgeht, wenn das Publikum still wird und sich zusammen auf eine Bewegung, einen ersten Satz konzentriert. Zuletzt aber eben auch die Stücke, das dramatisch gewechselte Wort. Die schnellen Dialoge, die spannungsvollen Dramaturgien. Um die geht es in der heute auf faz.net gelaunchten Video-Theaterserie „Spielplanänderung“. Nicht um die bekannten, die immer wieder gespielten Stücke, sondern um jene, die zu Unrecht aus dem Kanon gefallen sind. Im vergangenen Jahr wurden über vierzig solcher „vergessenen Stücke“ in diesem Feuilleton von ganz unterschiedlichen Autorinnen und Autoren vorgestellt. Zum Ende dieses Jahres und mitten im Kulturlockdown präsentieren wir nun kurze filmische Phantasien über einzelne von ihnen.

          Wie liest eine Draqqueen George Sand?

          Jede Folge nimmt ein vergessenes Theaterstück zum Ausgangspunkt, nicht nur um über seinen künstlerischen Wert, sondern explizit auch um über seinen gesellschaftlichen Rückhalt nachzudenken. Wie liest eine der bekanntesten Draqqueens des Landes ein bis heute nicht uraufgeführte Geschlechterdrama von George Sand? Was sagt ein Boxtrainer zu „Glaube und Heimat“, dem titelgebenden Wörterpaar aus Karl Schönherrs Glaubenstragödie? Wie lesen junge Schauspielstudentinnen Anna Gmeyners „Automatenbuffet“? Und was hat die erfolgreiche Netflix-Serie „Unorthodox“ mit dem 1920 erschienenen „Dibbuk“ von Salomon Anski zu tun? Die F.A.Z. Video-Theaterserie „Spielplanänderung“ stellt die Frage nach dem Wert vergessener Theaterstücke, um das Theater selbst vor der Vergessenheit zu bewahren. Denn was man über die Stücke der Serie gesagt hat, das sagt man jetzt über das Theater als Ganzes: Nicht systemrelevant. Daran glauben wir nicht. Dagegen wollen wir Beweise vorbringen: Bis zum Ende der Woche jeden Tag einen.

          Alle Folgen der neuen Video-Theaterserie finden Sie unter faz.net/theaterserie

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