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Schauspieler-Auszeichnung : Jens Harzer bekommt den Iffland-Ring

Jens Harzer bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2017 Bild: dpa

Der Iffland-Ring gebürt dem „Würdigsten“ unter den deutschsprachigen Schauspielern. Bruno Ganz trug ihn 20 Jahre lang. Dass er Jens Harzer testamentarisch zu seinem Nachfolger bestimmt hat, ist verständlich.

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          Wie das österreichische Kultusministerium zwei Tage nach der Beerdigung von Bruno Ganz verkündete, ist der 1972 in Wiesbaden geborene Jens Harzer testamentarisch als Nachfolger festgelegt. Die renommierte Ehrung auf Lebenszeit wird damit einem Schauspieler zu Teil, der wie kein zweiter das darstellerische Erbe von Bruno Ganz verkörpert. Mit seinem zögernden, fast scheuen Auftreten, der vorsichtig Wörter und Ausdruck zerdehnenden und doch zusammenhaltenden Diktion verkörpert er nicht einfach den von der Moderne gebrochenen Helden, sondern einen Traumtypen ganz eigener Art.

          Simon Strauß
          Redakteur im Feuilleton.

          Jens Harzer, den Dieter Dorn Anfang der Neunziger nach nur einem Jahr Schauspielschule an die Münchner Kammerspiele engagierte, der kurz an der Berliner Schaubühne gastierte und seit 2009 am Hamburger Thalia Theater engagiert ist, arbeitete mit so unterschiedlichen Regisseuren wie Jan Bosse, Stefan Pucher, Andrea Breth, Dimiter Gotscheff und Luc Bondy zusammen. Mit seinem feingliedrig fiebrigen Spiel, seiner leisen, unvorhersehbaren Diktion, die genauso gut in einen Verzweiflungsschrei wie ein gellendes Lachen kippen kann, hat er sich am Theater einen unverwechselbaren Stil introvertierter Extravaganz erarbeitet.

          Als Publikumsliebling mit „James Dean Qualitäten“ gefeiert, spielte er etwa unter der Berliner Regie von Jürgen Gosch einen unvergesslichen Astrow in „Onkel Wanja“ oder in Andrea Breths Salzburger Adaption von Dostojewskis „Schuld und Sühne“. Auch in den Stücken moderner Autoren wie Jon Fosse, Botho Strauß und Peter Handke trat er auf. Seinen neusten Vertrauten scheint Jens Harzer in Johan Simons gefunden zu haben, unter dessen Regie er im letzten Jahr in Salzburg an der Seite von Sandra Hüller in einer großartigen „Penthesilea“-Inszenierung zu sehen war.

          Den Verlockungen des Films gegenüber hat Harzer sich bis auf wenige Ausnahmen enthaltsam gezeigt. In der Rolle eines katholischen Priesters war er in Hans-Christian Schmids „Requiem“, als lebensmüder Vertreter in Bülent Akincis „Lebensversicherer“ zu sehen. Auch im Fernsehen tritt er ab und zu in „Tatorten“ oder glanzvollen Großproduktionen („Babylon Berlin“) auf. Aber seine wahre Leidenschaft gehört allein dem Theater. Daher ist Jens Harzer als neuer Iffland-Ringträger eine großartige Wahl. Er ist genau der richtige, um das Erbe von Bruno Ganz anzutreten.

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