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Salzburger Festspiele : Buh-Rufe und Bühnenfeuer

  • Aktualisiert am

Salzburger „Samiel”: Ignaz Kirchner Bild: dpa

Mit Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ feierte ein Paradestück deutscher Schauerromantik Premiere in Salzburg. Bei der Wahl des Regisseurs scheint Jürgen Flimm, der Intendant der Festspiele, aber daneben geschossen zu haben.

          Mit Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ wollte Jürgen Flimm, der neue Intendant der Salzburger Festspiele, mitten ins Herz des diesjährigen Festival-Mottos treffen: Was wäre wohl besser geeignet, die „Nachtseite der Vernunft“ darzustellen, als dieses Paradestück deutscher Romantik, in dem gleich hinter der biederen Jägeridylle der Horror der Wolfsschlucht lauert?

          Flimm musste sich nach der Premiere freilich überlegen, ob er, wie der Max im „Freischütz“, mit der Wahl des Regisseurs womöglich daneben geschossen habe. Denn einen deutschen Wald bekam das Publikum von Falk Richter nicht zu sehen, und es quittierte die Produktion am Ende des Abends mit gelangweilten Buh-Rufen. Statt der üblichen, schauerromantischen Ausstattung hat der Regisseur und Dramatiker dem Werk selbst verfasste Dialoge angedichtet und auch ein paar Figuren hinzuerfunden. Der „schwarze Jäger“ Samiel ist rund um das Schauspieltalent von Ignaz Kirchner inszeniert worden, der die Rolle zu einer tragenden Partie erweiterte.

          Den Besuchern der Premiere im ausverkauften „Haus für Mozart“ wurde es in der Wolfsschluchtszene mindestens einmal schwül: als nämlich die Flammen des Bühnenfeuers mehrere Meter hochschlugen und die Hitze selbst hoch oben im Rang noch zu spüren war. Warum im „Freischütz“ an diesem Abend auch amerikanisch gesprochen wurde, wozu Kaspar eine Sauerstoffmaske benötigte und wie sich im Parkett das hohe Sirren der Bühnenscheinwerfer mit jenem der manisch abschnurrenden Sechzehntelbegleitung des „Lebewohl“-Terzetts mischte - dies und anderes können Sie in der Montagsausgabe der F.A.Z. der Rezension unserer Musikredakteurin Julia Spinola entnehmen.

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