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Konzentriert: Yaron Deutsch mit E-Gitarre und  Dirigent Titus Engel  beim Auftaktkonzert.

Klangspuren Schwaz : Soll Musik jetzt etwa parteilich sein?

Verklausuliert hat Olaf Scholz kürzlich eine Nähe von Kunst, Staat und Partei gefordert. Das Festival „Klangspuren“ für neue Musik in Tirol kontert diese Zumutung auf kluge Weise. Musik ist hier ein Medium der Welt- und Selbstkenntnis.
Nicht nur mit ihren Lieblingsrollen Aida, Arabella und Donna Anna begeisterte Anna Tomowa-Sintow. Heute wird sie achtzig Jahre alt.

Sopranistin Anna Tomowa-Sintow : Sängerin des Mondlichts

Aida, Arabella und Donna Anna waren ihre Lieblingspartien. Sie begeisterte den Dirigenten Herbert von Karajan und Kolleginnen wie Leonie Rysanek und Elisabeth Schwarzkopf: Die Sopranistin Anna Tomowa-Sintow wird achtzig Jahre alt.

Dmitry Glukhovsky geehrt : Im Land der Lügner

Der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky wurde vom Magazin GQ zum Autor des Jahres gekürt. Er findet, dass der Titel eher George Orwell und Gianni Rodari gebührt: In ihren Büchern werde Russlands Gegenwart geschildert.

Aufruf zu Nemi El-Hassan : Das ist keine Cancel Culture

Mehr als vierhundert Unterstützer aus Medien und Kultur fordern den WDR auf, Nemi El-Hassan als Moderatorin für die Sendung „Quarks“ zu engagieren. Sie wittern „rechte Hetze“. Das ist zu einfach.

Corona-Herbst : Party trotz Corona?

Wer meint, ohne Impfung durch den Corona-Herbst zu kommen, versäumt nicht nur sein Leben, sondern gibt sich auch einer gefährlichen Täuschung hin.

Appell von 103 Journalisten : Hilferuf aus Afghanistan

103 Journalistinnen und Journalisten aus Afghanistan richten an die internationale Gemeinschaft einen dramatischen Appell. Sie fordern, dass die Staaten die Taliban auf Menschenrechte verpflichten. Wird der Ruf in Deutschland gehört?

Der Gesang der Nachtigall : Ick hör dir

Natürlich weiß Wikipedia mehr über die Nachtigall als alte Enzyklopädien. Aber wer wirklich ins Schwärmen kommen will, muss Dichter und Gelehrte befragen.

Ströer und die ARD : Unpolitisch? Das ist ein Witz

Im Bundestagswahlkampf gibt es schöne Turbulenzen: Der Ströer-Konzern geriert sich als verfolgte Unschuld und der NDR stellt sich blind.

FDP und Klimawandel : Mammutaufgabe

Ein Harvard-Wissenschaftler will das ausgestorbene Wollhaarmammut wieder zum Leben erwecken und auf diese Weise den Klimawandel eindämmen. Das dürfte vor allem die FDP und Christian Lindner freuen.

Kulturgutschutz : Mexiko droht

Mexikos Regierung hat bei der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Anzeige gegen ein Münchner Auktionshaus erstattet. Eine Auktion präkolumbianischer Kunst soll verhindert werden.
Zwei Brüder im Ungeist: Florian Teichtmeister und Mehmet Ateşçi

Handke-Premiere in Wien : Darunter ein Spritzgewehr aus Plastik

Große Überraschung: Frank Castorf inszeniert „Zdeněk Adamec“ von Peter Handke am Burgtheater erstaunlich zugewandt und textempfindlich. Das hätte man von diesem Regieberserker nicht erwartet.

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  • Yusif Eyvazov (links, als Calaf) mit seiner Frau Anna Netrebko (als Turandot)

    Anna Netrebko als Turandot : Hören, wie ein Eisherz schmilzt

    Vor sechstausend Gästen zeigt sich Anna Netrebko in Giacomo Puccinis Oper „Turandot“ auf dem Zenit ihrer stimmlichen Kunst. Die Männer auf der Bühne und vor dem Orchester haben es in der Arena in Verona ziemlich schwer.
  • Von links nach rechts: Wilhelm Grosz, Ernst Krenek, Philipp Jarnach und Alois Hába.

    Donaueschinger Musiktage : Allianz aus Avantgarde und Adel

    Wo ein Fürst dem Fortschritt frönt und Arnold Schönberg sich unterwürfig zeigt: Ein Prachtband beleuchtet die Frühgeschichte der Donaueschinger Musiktage und blendet auch die Nazi-Verstrickungen des Mäzens nicht aus.
  • Bachwoche Ansbach : Ein Quell fließenden Silbersingsangs

    Die Bachwoche Ansbach beeindruckt wieder mit einem Programm, das wache, kluge Hörer voraussetzt. In diesem Jahr lässt es sich von Könnern wie Francesco Piemontesi, Gidon Kremer und Olivier Latry herausfordern.
  • Sinnsensibel: Der Regisseur Jossi Wieler bei den Proben in diesem Sommer in Salzburg

    Zum 70. von Jossi Wieler : Der Texthineinhorcher

    Ein höflicher Welt- und Menschenkenner, der seinen Zuschauern Raum für eigene Gefühle lässt: Zum siebzigsten Geburtstag von Jossi Wieler.
  • Villa Senar, von Süden gesehen

    Rachmaninows Schweizer Villa : Wo der Geist atmen kann

    Am Vierwaldstätter See liegt die Villa, die Sergej Rachmaninow sich 1933 bauen ließ. Sie ist ein Denkmal des Bauhaus-Stils. Noch ist sie für die Öffentlichkeit geschlossen. Aber zaghaft öffnet die Schatzkammer sich.
  • „Kann aus tschetschenischer Haft freigekauft werden“ steht auf dem Pappschild, das Lija Achedschakowa als trinkfreudige Babuschka Nuria um den Hals trägt.

    Russische Kulturpolitik : Verdammte Modernisierer

    Das Theaterstück „Erstes Brot“ erregte in Moskau Proteste von Patrioten und Nationalisten. Nun wollen Kulturfunktionäre die Spielpläne aller russischen Bühnen kontrollieren.
  • Das Leben ist vom Werk nicht zu trennen: In Barrie Koskys Inszenierung der „Meistersänger“ quälen die deutschen Meister den Beckmesser alias den Juden Hermann Levi (Johannes Martin Kränzle, liegend).

    Bayreuther Festspiele : Wo nimmt die Frau bloß diese Töne her?

    Katharina Wagner ist es gelungen, die Bayreuther Festspiele musikalisch und szenisch auf hohem Niveau zu konsolidieren. Die Wiederaufnahmen von „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tannhäuser“ beweisen es.
  • „Mild und leise, wie er lächelt“: Kelly God singt Isoldes Liebestod über dem liegenden Tristan (Stephen Gould).

    Bayreuther Festspiele : Mit Schiff und Schwert

    Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde" ist schon für Erwachsene eine Zumutung. Dass man sie auch Kindern zutrauen kann, beweisen die Bayreuther Festspiele auf rührende Weise.
  • Erinnerung an Enrico Caruso : Einer wie eigens von Gott gesandt

    Der italienische Tenor hat der Schallplatte den Durchbruch gebracht durch seine einzigartige sängerische Kunst. Nach seinem Tod blieb er das Vorbild aller italienischen Tenöre. Erreicht wurde sein Können nie wieder.
  • Nichts ist hier, wie es scheint: Ensemble-Szene aus „Yester: Now“.

    Tanztheater in München : Achtung, aggressive Gespenster!

    Mit Kämpferfaust: Das Tanzdrama „Yester: Now“ von Moritz Ostrjuschnak wird im Münchner Gasteig uraufgeführt. Der Choreograph bezieht darin eine kritische Position zu vermeintlichen Wahrheiten in Massenmedien und dem Internet.
  • Kriegsahnung: Noch ist das Schlachtfeld vor Troja still und verlassen.

    „Dionysos Stadt“ in Offenbach : Zeus und der Mensch

    Zehn Stunden Theater: Die Münchner Kammerspiele bieten „Dionysos Stadt“ im Sommerbau in Offenbach dar. Dass das Werk nochmals gezeigt wird, ist an sich schon etwas Besonderes.
  • Wagners „Walküre“ in den Farben des Aktionskünstlers Hermann Nitsch, Bayreuth 2021

    Wagner-Festspiele 2021 : Die Innereien von Bayreuth

    Im vorigen Jahr mussten sie wegen Corona ausfallen, jetzt kehren die Wagner-Festspiele zurück. Mit der ersten Dirigentin in der Geschichte des Festivals. Einem feministischen „Holländer“. Und virtuellem Drachentöten für alle.
  • Sublimer Feuerzauber: Ein Malassistent (links) von Hermann Nitsch sorgt für orgiastische Strahlkraft am Schluss der „Walküre“.

    Bayreuther Festspiele : Explosionen der Lebenslust

    Zart und vital zugleich machen Pietari Inkinen und Hermann Nitsch aus Richard Wagners „Walküre“ ein Theater ohne Handlungsregie. Die Bayreuther Festspiele erleben in der Corona-Krise einen kreativen Schub.
  • Gesang von der Suche nach einer neuen Sprache: Die Vocalsolisten Truike van der Poel, Daniel Gloger, Martin Nagy, Guillermo Anzorena und Andreas Fischer.

    Dokumentar-Oper in Stuttgart : Das Geheimnis des Giftopfers

    Sergej Newski hat eine Dokumentar-Oper über Selbstzeugnisse Homosexueller in der frühen Sowjetunion geschrieben, auf der Grundlage von sensationellen Briefen an den Psychiater Wladimir Bechterew. Jetzt wurde das Stück in Stuttgart uraufgeführt.
  • Starke Litauerinnen: Elektra (Aušrinė Stundytė, links) ist entsetzt über die Lebenszugewandtheit ihrer Schwester Chrysothemis (Vida Miknevičiūtė).

    Salzburger Festspiele : Schreckensschönheitsschrei

    Mit Richard Strauss sind die Salzburger Festspiele erst ganz bei sich selbst – besonders dann, wenn Franz Welser-Möst die Wiener Philharmoniker dirigiert. Er denkt diese Nerven-Musik ganz mit dem Herzen.