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Giorgi Manoshvili als Calibano in Fromental Halévys „La Tempesta“ nach Shakespeare.

Opernfestival Wexford : Wer den Schwan von Avon kocht

Die Raritäten beim irischen Opernfestival Wexford lohnen sich: Fromental Halévy vertont Shakespeare, Antonín Dvořák feiert die Kreuzritter, und Félicien David taucht in indische Märchen ab.
Christfried Schmidt (rechts) in der Gethsemanekirche in Berlin am 19. April 2019.

Christfried Schmidt wird 90 : Komponist spät geehrt

In der DDR war er ein Außenseiter, im wiedervereinten Deutschland blieb er es, bis sich nun eine neue Generation für ihn begeistert. Der Komponist Christfried Schmidt wird neunzig Jahre alt.

Alles außer Fußball : Exquisites Italien

Mal rustikal, mal fancy: Der WM-Start der deutschen Nationalmannschaft ist vergeigt. Da lenken wir uns lieber mit italienischen Rezepten auf Youtube ab und denken an Italia '90.

Twitter ohne Regeln : Im rechtsfreien Raum

Elon Musk macht aus Twitter eine gefährliche Hassmaschine. Daran ändert auch das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz nichts, wie man bei einem Prozess jetzt sehen kann.

Erinnerung an Enzensberger : Zum Staunen bestellt

„Fürs Erzählen war ich immer zu ungeduldig“: Eine Erinnerung an einen Münchner Abend mit dem verstorbenen Schriftsteller und erstaunlichen Antwortsucher Hans Magnus Enzensberger.

Offener Brief der Kulturszene : Selbstbesoffene Zeichensetzer

Der nächste offene Brief aus der Kunstbranche ist da! Dieses Mal geht es nicht um Corona oder Waffenlieferungen, sondern um Klimaschutz. So lange die Kulturschaffenden haltungsfähig bleiben, besteht Hoffnung, die Apokalypse abzuwenden.

Alles außer Fußball : Wenn Außenseiter siegen

Man muss Fußball nicht immer analysieren. Manchmal reicht es, seine Wirkung auf Gesichtern und Körpern zu studieren, zum Beispiel nach Saudi-Arabiens historischem Sieg gegen Argentinien und der deutschen Pleite gegen Japan.

Gericht verbietet Referendum : Wie man die Schotten zu Opfern macht

Ein Urteil des höchsten britischen Gerichts untersagt Schottland, ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum im Alleingang abzuhalten. Der juristisch unterlegenen Nicola Sturgeon mag das sogar recht sein.

Neue Regel im Humboldt-Forum : Welcher Spender darf's denn sein?

Die Stiftung Humboldt Forum hat eine Richtlinie zur Annahme von Spenden veröffentlicht. Die Kriterien sind so formuliert, dass sie im Zweifelsfall fast jeden ausschließen – oder keinen.

WM-Debatte um Kapitänsbinde : Der Mut der anderen

Den deutschen Profis und dem DFB wird in der Debatte um die Kapitänsbinde „Einknicken“ vorgeworfen. Aber die wahre Feigheit liegt auf Seiten derer, die ohne eigenes Risiko nach mutigen Taten rufen.

Vivaldi in Berlin : Singende Sahnetorten

Viele Kehlen für ein Halleluja: Barbora Horáková inszeniert Antonio Vivaldis „Giustino“ an der Berliner Staatsoper als lustige Revue von Gags. René Jacobs als Dirigent bringt Ernst und Spaß zusammen.

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  • Claudia Roth über Mendelssohn : Haarsträubend hilflos

    Felix Mendelssohn Bartholdy wird in Leipzig mit Sinn und Verstand geehrt. Nur Kulturministerin Claudia Roth verirrt sich rhetorisch ins Unredliche.
  • Es muss anstrengend sein, immer nur Antihelden anzufeuern: Taylor Swift bei einem Konzert in New York

    Zehn Plätze in den Charts : Taylor Swift vor Taylor Swift

    Kein Orwell-Szenario, sondern Wirklichkeit der späten Kulturindustrie: Über den Moment, in dem die zehn vordersten Plätze der Charts von derselben Künstlerin belegt werden.
  • Mozarts Klaviersonaten : Geeignet zum schalkhaften Spiel

    Erstmals liegen Mozarts Klaviersonaten komplett auf dessen eigenem Hammerflügel eingespielt vor. Der Pianist und Forscher Robert Levin erläutert, was das für unser Musikverständnis bedeutet.
  • Die fühlen sich teufelspudelwohl: Josef Ostendorf als Woyzeck und Matti Krause als Doktor.

    „Woyzeck“ in Hamburg : Knallbunt ist der Tod

    Psychedelischer Horrortrip: Lucia Bihler inszeniert Georg Büchners „Woyzeck“ am Schauspielhaus Hamburg mit beeindruckenden Bildern, aber ohne viel Tiefgang.
  • Mit heißem Herzen: Fridolin Sandmeyer als Revolutionär Hugo

    Premiere in Frankurt : Die Partei hat immer recht

    Handeln oder Nichthandeln, das ist hier eine Frage der ideologischen Ideen: Sartres „Die schmutzigen Hände“ in Frankfurt überrascht mit aktuellen Dilemmata.
  • Wortwörtlich: „Soiled“

    Michael Turinskys „Soiled“ : Glitschiger Bauchtanz

    Wer glänzt und rutscht, schont seinen Nächsten? Michael Turinskys neues Stück „Soiled“, auf Kampnagel in Hamburg uraufgeführt, vertritt ernste Anliegen, kommt aber tänzerisch aus dem Planschbecken nicht heraus.
  • Lortzing in Leipzig : Die Seele macht die Menschen nicht besser

    Mann und Frau, Mensch und Natur, Herr und Knecht - wer beherrscht wen? Die Oper Leipzig setzt „Undine“ von Albert Lortzing so in Szene, dass das Ungeheure an dem Stück hervortritt.
  • Anne-Sophie Mutter im Gespräch : Vom Gipfel aus Neues sehen

    Anne-Sophie Mutter hat mit dem Cellisten Pablo Ferrández Clara Schumann eingespielt. Warum sie ein neues Repertoire für nötig hält und was sie mit Clara Schumann vereint.
  • Ganz schön viel pubertierender Quark: Vier qualvolle Stunden zieht sich die Aufführung von „Così fan tutte“.

    „Così fan tutte“ : Verführung und Versagen

    Voyeurismus und der Reiz der Polygamie: Benedict Andrews und Vladimir Jurowksi scheitern an der Bayerischen Staatsoper mit „Così fan tutte“.
  • Hier wurden die Zuschauer einst durch die Kunst der Darstellung von ihrer politischen Uneinigkeit entlastet: Blick in das antike Amphitheater von Epidauros

    Griechisches Theater : Wir wissen nicht, wer wir sind

    Im antiken Griechenland ist das Theater zur Welt gekommen. Aber was macht es dort heute? Von einem Pädophilie-Skandal erschüttert, durch die Parteipolitik in lähmende Abhängigkeit gebracht, hat es seine einstige Kraft verloren.
  • „Dornröschen“ in Wien : Hände weg von Petipa

    Wie Mozarts „Zauberflöte“ ohne Arien: Martin Schläpfers „Dornröschen“ an der Wiener Staatsoper verzichtet auf die klassische Choreographie, hat aber außer biederen Albernheiten leider nicht viel zu bieten.
  • Das ist nicht Brahms als Dampflokheizer, sondern Thomas Johannes Mayer als Holländer

    „Holländer“ in Hamburg : Ab in die Tüte!

    An Hamburgs Staatsoper macht Michael Thalheimer Wagners „Fliegenden Holländer“ zu einem Schnüffelstück für die lebensmüde Senta. Müde ist auch das Dirigat von Kent Nagano, der sogar vom Publikum Buhrufe kassiert.