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West-Eastern Divan Orchestra : Ständig in Gefahr

  • -Aktualisiert am

Daniel Barenboim dirigiert das von ihm gegründete West-Eastern Divan Orchestra Bild: Monika Rittershaus

Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra hat einen exzellenten Ruf als Friedensprojekt. Aber bewirkt es im Nahen Osten überhaupt irgendetwas?

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          Harmonie geht vor persönlichem Freiraum. So entschied es Daniel Barenboim bei den Proben seines West-Eastern Divan Orchestra zum Beethoven-Jubiläum am 17. Dezember in der Oper Bonn. Wegen der Corona-Regeln saßen die Musiker mit anderthalb Meter Abstand zueinander, was den Ohren und Nerven des Maestros ausgesprochen missfiel. Es gab keinen Zusammenklang mehr. „Ich würde sehr gerne proben, aber so geht das auf keinen Fall!“, sagte Barenboim und zog sich in die Garderobe zurück. Erst als das Ensemble frisch FFP2-maskiert und auf Normalabstand zusammengerückt war, kam der Leiter des „Divan“ – wie das israelisch-arabische Orchester sich im innersten Kreis selbst nennt – zurück ans Pult.

          Es folgte ein Geisterkonzert, von dessen emotionaler Qualität die Fernseh- und Stream-Zuschauer tagelang sprachen: Mit Beethovens drittem Klavierkonzert und der fünften Symphonie erhob die Kultur mitten im Lockdown kraftvoll ihre Stimme. Das Ereignis wirkte, als hätte sich das diesmal ganz auf das Werk und auf das Freiheits- und Menschheitsideal Beethovens fokussierende Orchester vor allem der Katastrophe der Pandemie entgegenstellen wollen und damit ein Zeichen dafür gesetzt, sich in Zukunft einem noch weiteren globalen Themenspektrum zu widmen.

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