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Zum Tod von Walter Bockmayer : Kölns Schrägspieler

Walter Bockmayer (4. Juli 1948 bis 7. Oktober 2014) Bild: dpa

In Köln war er weltberühmt, aber auch darüber hinaus hat er sich mit Filmen wie „Geierwally“ einen Namen gemacht: Der Schauspieler und Regisseur Walter Bockmayer ist gestorben.

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          Er war, obwohl 1948 in Pirmasens geboren und aufgewachsen, ein kölsches Original. In Köln, wo er - von zu Hause ausgerissen, abgebrochene Lehre, Kantinengehilfe in Amerika - 1968 ankam, hat er Wurzeln geschlagen und Theater gelernt. Als Garderobier am Opernhaus hat Walter Bockmayer angefangen, dort seinen Lebensgefährten (und späteren Mitregisseur) kennengelernt, zwei Jahre später die „Enten-Produktion“ gegründet und 1975 die „Filmdose“ eröffnet, die schnell berühmt wurde: Was er in der Oper gesehen hatte, wurde hier verschlagert, vulgarisiert, veräppelt und eingekölscht. Das troff vor Lokalpatriotismus, doch die Kölner bekamen ihn nicht nur ums Maul geschmiert, sondern auch ihr Fett ab.

          Andreas Rossmann

          Freier Autor im Feuilleton.

          Filme hat er weiter gedreht, „Jane bleibt Jane“, „Flammende Herzen“ oder, am berühmtesten, „ Die Geierwally“, eine Heimatfilm-Persiflage. Auch auf die große Bühne des Schauspielhauses ist er, 1991 mit Behans „Korkbein“, zwischendurch gestolpert, doch da begann sein Witz zu hinken. Im Theater Kaiserhof, das er 1994 übernahm, machte er ihm wieder Beine und „Carmen, die Königin vom Klapperhof“ mit Gigi Herr zur schrillsten Show der Stadt. Noch vor zwei Wochen hat er, von schwerer Krankheit gezeichnet, im Scala-Theater die Komödie „Aape op jöck“ (Affen, losgelassen) inszeniert. Jetzt ist Walter Bockmayer in Köln gestorben.

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