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Debatte ums Autorentheater : Macht euch endlich wieder wichtig!

  • -Aktualisiert am

Postdramatischer Höhepunkt: Eine Szene aus „Evros Walk Wate“ von Rimini Protokoll auf Schloss Werdenberg Bild: Daniel Ammann

Jetzt, da auf der Bühne alle Revolutionen abgehandelt wurden, schlägt wieder die Stunde des Textes. Der Theaterautor Volker Lüdecke fordert: Wir brauchen wilde Stücke und manische Dramaturgen.

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          Regelmäßig taucht in der Theaterszene die Forderung auf, dass es in einem Land wie Deutschland mit seiner weltweit einmaligen Theaterlandschaft ein Autorentheater geben müsse, also eine feste Spielstätte mit Bühnen, auf denen ausschließlich zeitgenössische Dramatik uraufgeführt wird. In Berlin wurde vor der Eröffnung der vorigen Spielzeit öffentlich, die neue Leitung des „Berliner Ensemble“ am Schiffbauerdamm plane, diese Bühne in ein Autorentheater zu verwandeln, schließlich stehe man dort in der Tradition des großen Dramatikers Bert Brecht. Das bewahrheitete sich bisher kaum: Der Intendant des Berliner Ensembles Oliver Reese stellte einen in vieler Hinsicht postdramatischen Spielplan vor und ermöglichte lediglich einem ausgewählten Kreis von Autoren, Journalisten und Drehbuchschreibern, sich unter der Leitung von Moritz Rinke als Dramatiker ausprobieren zu dürfen. Rinke verließ das Szenario bereits wieder, ohne das auch nur ein neues Stück aus diesem Kreis zur Aufführung gekommen wäre.

          Keine Experimente?

          Befürworter der Idee eines Autorentheaters argumentieren, dass zeitgenössische Dramatik einen festen Ort brauche, um sich entwickeln und sichtbar werden zu können. Die Gegner eines solchen Konzepts führen an, dass an vielen Theatern Autorenfestivals und auch Uraufführungen stattfänden, weshalb eine feste Spielstätte für neue Dramatik überflüssig sei. Bei den zahlreichen aberwitzigen Experimenten im Kulturbetrieb, nicht zuletzt das Wagnis, einen Museumsdirektor zum neuen Intendanten der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu ernennen, das bekanntlich mit Pauken, Trompeten und Millionenverlusten scheiterte, stellt sich dem gesunden Menschenverstand die Frage, woran es liegt, dass das sinnhaft anmutende Autorentheaterexperiment bislang nicht ernsthaft in Angriff genommen wurde? Zu wenig Mut, fehlende Finanzierung?

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