https://www.faz.net/-gqz-a239p

Opernsänger Domingo : „Ich habe nie jemanden missbraucht“

  • Aktualisiert am

Der spanische Opernsänger Plácido Domingo während eines Konzerts in Ungarn im August 2019 Bild: AFP

Im Zuge der MeToo-Bewegung wurden auch gegen den Opernsänger Missbrauchsvorwürfe laut. Lange schwieg er dazu. Doch nach seiner Corona-Erkrankung will er nun um seinen Ruf kämpfen. Ein Gutachten könnte das allerdings erschweren.

          1 Min.

          Der Opernsänger Plácido Domingo will nach eigenen Worten künftig deutlicher als bisher gegen Anschuldigungen des sexuellen Fehlverhaltens vorgehen. Der spanisch-mexikanische Opernstar sagte der italienischen Zeitung „La Repubblica“ (Donnerstag), durch seine Corona-Erkrankung sei seine Haltung zu den Vorwürfen heute anders. „Ich habe mich verändert, ich habe keine Angst mehr“, erläuterte der 79-Jährige. „Als ich von meiner Covid-Erkrankung erfuhr, habe ich mir versprochen, dass ich, wenn ich lebend herauskommen würde, kämpfen werde, um meinen Namen reinzuwaschen – ich habe nie jemanden missbraucht, ich werde es wiederholen, solange ich lebe.“

          Domingo warf in dem Gespräch Medien vor, sie hätten Äußerungen von ihm falsch gedeutet. Er habe lange geschwiegen, um zwei gegen ihn laufende Untersuchungen „mit Respekt“ zu begleiten. Eine Erklärung von ihm, mit der er ein „Missverständnis“ aufklären wollte, sei zu spät gekommen, und „meine Worte fielen ins Leere“.

          Im Zuge der MeToo-Bewegung hatten Frauen Domingo Übergriffe vorgeworfen. Eine von der Oper in Los Angeles beauftragte Untersuchung kam im März zu dem Ergebnis, dass bestimmte Vorwürfe glaubwürdig seien. In zehn Fällen sei Domingo vorgeworfen worden, „unangemessenes Verhalten“ an den Tag gelegt zu haben, hieß es in dem Bericht. Auch eine Untersuchung des amerikanischen Verbands der Musikkünstler (AGMA) hatte Vorwürfe von Sängerinnen bestätigt gesehen. Domingo war im Oktober 2019 als Chef der Oper in Los Angeles zurückgetreten.

          „Wenn ich zurückblicke, sehe ich bei mir kein Fehlverhalten, das offene Wunden hinterlassen haben könnte“, sagte er jetzt. Im März hatte er auf Facebook selbst von seiner Corona-Infektion berichtet. Am Donnerstagabend sollte Domingo im Rahmen des Österreichischen Musiktheaterpreises, einer von einem Verein vergebenen Auszeichnung, in Salzburg einen Sonderpreis für sein Lebenswerk erhalten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Foto Alexej Nawalnyjs mit seiner Frau Julia, das der russische Oppositionspolitiker am 25. September auf Instagram postete.

          Fall Nawalnyj : Der Kreml verstrickt sich in Widersprüche

          Die russische Regierung macht unterschiedliche Angaben zum Fall Nawalnyj. Dabei hat Präsident Wladimir Putin die Vergiftung mit Nowitschok nun bestätigt – indirekt.

          Klimastreik in Frankfurt : „Die Normalität ist pervers“

          Fridays for Future will sich breiter aufstellen: Mit anderen Gruppen demonstrieren die Klimaschützer nun als „intersektionales Bündnis“ gegen Kapitalismus, Kolonialismus, Rassismus und Sexismus.
          Luis Suárez feiert 2019 sein Tor beim Spiel Barcelona gegen Dortmund.

          Sprachtests für Fußballer : Italienisches Eigentor

          Muss ein Fußballspieler Verben konjugieren können? Der Skandal um den uruguayischen Stürmer Luis Suárez zeigt: in Italien unter Umständen schon.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.