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„Perser“ in Salzburg : Wo zum Teufel liegt eigentlich dieses Athen?

Theater als permanente Laufarbeit: Ulrich Rasche bringt nicht nur seine Schauspieler in Bewegung. Bild: dpa

Konzentrierter Drang zum Gesamtkunstwerk: Ulrich Rasche debütiert bei den Salzburg Festspielen gewohnt provokativ mit den „Persern“ von Aischylos.

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          Keine Frage, dieser Regisseur füllt eine Lücke. „Das Theater der Ironie und des Unernstes ist absolut vorbei. Alles nicht Ernsthafte auf der Bühne ödet mich an“, so lautet der Schlachtruf des Ulrich Rasche, wie er ihn kürzlich in einem Interview verkündet hat. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch Kompromisslosigkeit aus, streng choreographierte Körperbewegungen, andauernde musikalische Untermalung und genauer Textvortrag werden so aufeinander bezogen, dass ein archaischer Sog entsteht. Rasche hat ein untypisches Interesse an Distanz, will die Bühne vom Zuschauerraum unbedingt getrennt wissen. Er ist das Gegenteil eines Vermittlers, denn er holt seine Zuschauer nicht dort ab, wo sie stehen, sondern zeigt ihnen, wie weit sie laufen müssen, um dort anzukommen, wo sein Stück spielt.

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          Das Laufen ist dabei seine zentrale Ausgangsmetapher – die Schauspieler in seinen Inszenierungen laufen von Anfang bis Ende auf bewegten Bändern oder drehenden Rädern in einem gnadenlosen Rhythmus, der ihnen auch beim Sprechen den Takt vorgibt. Mit seinem unbedingten Willen zur Verfremdung stößt Rasche das etwas träge gewordene, postdramatische Theater im Moment gehörig vor den Kopf, so dass dieses ihn und seine monumentale Regieführung gleich erst einmal provisorisch unter Totalitarismusverdacht gestellt hat. Dabei will Rasche es den Zuschauern nur auf keinen Fall zu leicht machen und verhindern, dass sie gleichgültig aus einer Inszenierung gehen.

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