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Plácido Domingo 2017 in Prag Bild: EPA

Vorwürfe von neun Frauen : Plácido Domingo soll Kolleginnen sexuell belästigt haben

  • Aktualisiert am

Gegen den Sänger, Dirigenten und Operndirektor Plácido Domingo werden Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Die Frauen erklären, er habe ihnen gedroht, ihre Karrieren zu zerstören.

          Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) veröffentlichte in der Nacht zum Dienstag ein umfangreiches Dossier, in dem acht Sängerinnen und eine Tänzerin detailliert über Vorfälle seit den späten achtziger Jahren berichten, wonach Plácido Domingo sie intim berührt und geküsst habe. Die Frauen behaupten, Domingo habe ihnen im Arbeitsumfeld verschiedener Opernhäuser aufgelauert, ihnen mit Telefonanrufen nachgestellt und bei Zurückweisung seiner Annäherungen mit der Zerstörung ihrer Karrieren gedroht. Bei einer Frau sei es in Folge solcher Nötigungen zweimal zum Geschlechtsverkehr gekommen sein, wonach Domingo ihr zehn Dollar gezahlt habe, nicht damit sie sich, so der Bericht, als Prostituierte fühle, sondern die Parkgebühren bezahlen könne.

          Acht der neun Frauen legen Wert auf ihre Anonymität. Einzig die Mezzosopranistin Patricia Wulf, heute 61 Jahre alt, steht namentlich zu den Vorwürfen gegen den achtundsiebzigjährigen Künstler. Keine der Frauen kann Dokumente für die Vorfälle, also Notizen, Fotos, Sprachaufzeichnungen vorlegen. Die Datierungen sind aber von AP überprüft und durch Hotelbuchungen sowie Besetzungspläne bestätigt worden; zudem gäbe es Aussagen von Kollegen, die ähnliche Verhaltensweisen von Domingo beobachtet hätten.

          Domingo weist die Vorwürfe zurück: Er gehe davon aus, dass alle Beziehungen einvernehmlich gewesen wären, entschuldige sich aber dafür, falls er Menschen gekränkt oder bei ihnen Unbehagen verursacht haben sollte.

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