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Nike Wagner in Bonn : Zu Beethoven fällt ihr nicht viel ein

Die Beethoven-Statue auf dem Münsterplatz in Bonn, der Geburtsstadt von Ludwig van Beethoven. Bild: dpa

Beim Beethovenfest in Bonn gibt Nike Wagner vor, ein dramaturgisch durchdachtes Programm von hoher Qualität zu bieten. Doch vor allem arbeitet sie sich an ihren eigenen Vorurteilen zu Musik und Publikum ab.

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          Nike Wagner spricht über den Mond. Das Publikum lacht. Wie sollte es auch nicht? Der Vortrag zur Eröffnungsmatinee des Beethovenfestes in der Aula der Bonner Universität ist darauf angelegt: „Und, bedenken Sie“, sagt Nike Wagner, „Kleopatra hat damals denselben Mond angeschaut wie heute unsere Kanzlerin.“ Doch flicht sie in ihre gelehrte Rede auch ernstere Bedenklichkeiten ein, etwa wenn sie zum zweihundertsten Geburtstag von Clara Schumann gleichsam ein Machtwort spricht: „Clara“ – sie sagt wirklich nur „Clara“, als würde sie über ein Kind reden – „hat unsere political correctness, unser Gendern von allem und jedem, unseren Feminismus nicht nötig.“

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Ansonsten spricht sie eben über den Mond, über Galileo Galilei und Johannes Kepler, Friedrich Nietzsche und Jules Verne, Matthias Claudius und Durs Grünbein. „Was diese Frau alles weiß!“, staunt eine Sitznachbarin im Publikum. Und es fällt gar nicht auf, dass Nike Wagner wenig über Beethoven sagt, Ludwig van Beethoven, den Komponisten jener Klaviersonate op. 27 Nr. 2, der Ludwig Rellstab den Namen „Mondscheinsonate“ gab, worauf Nike Wagner mit ihrem diesjährigen Motto „Mondschein“ anspielt. Bei dem wenigen, das sie über Beethovens Sonate sagt, beruft sie sich auf den Pianisten András Schiff, der das Finale „visionär“ genannt habe.

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