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Nike Wagners Intendanz : Abschied vom Beethovenfest

Die Intendantin des Beethoven Festivals, Nike Wagner, sitzt am 07.09.2016 in Bonn (Nordrhein-Westfalen) in ihrem Büro. Bild: dpa

Sinkende Auslastungszahlen, Rückgang der Kartenerlöse: Nike Wagner gibt spätestens 2021 die Leitung des Beethovenfestes ab, aber niemand hat sich Gedanken gemacht, wie es danach weitergehen soll.

          Noch Mitte Februar hörte man aus Bonn, dass Nike Wagner über eine Verlängerung ihres Vertrages als Intendantin des Beethovenfestes nachdenke. Dieser Vertrag endet bislang 2020, im Jahr des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven, den die Stadt und der Erdkreis groß zu feiern gedenken. Nun hat sich Wagner, die vor einem knappen Monat 74 Jahre alt wurde, anders entschieden, wie sie dem WDR mitteilte. Sie wolle ihren Vertrag nicht verlängern. An ihrer Stelle mögen „andere fähige Leute“ ihre Aufgabe übernehmen. Das Programm für 2021 würde sie aber noch planen und das Festival dann ihrer Nachfolgerin oder ihrem Nachfolger übergeben.

          Jan Brachmann

          Redakteur im Feuilleton.

          Unter Wagners Intendanz schrumpften die Eigenerlöse, die noch unter ihrer Vorgängerin Ilona Schmiel im Jahr 2012 bei 1,5 Millionen Euro gelegen hatten, auf beinahe ein Drittel im Jahr 2017. Mitverantwortlich dafür war gewiss auch, dass das Festival die Beethovenhalle nicht mehr nutzen konnte und ins World Conference Center als Konzertsaal ausweichen musste. Der Deckungsgrad des Festivaletats durch Eigeneinnahmen lag allerdings im Jahr 2017 nur noch bei 16,4 Prozent. Das Bekanntwerden dieser Zahlen (F.A.Z. vom 16. März) hat großes Unverständnis ausgelöst. Wie kann man mit einem Thema wie „Beethoven“ einen solch geringen Kostendeckungsgrad erzielen, wenn andere Festivals, die ihr Programm ebenfalls thematisch aus der Beschäftigung mit dem Werk eines einzigen Komponisten entwickeln, bis zu 75 Prozent erreichen? Wie kann es geschehen, dass bei allgemein steigenden Konzertbesuchszahlen in Deutschland die Auslastung beim Beethovenfest innerhalb von neun Jahren von zweiundneunzig Prozent auf siebzig Prozent gefallen ist?

          Wagner hat immer mit der „Tiefe“ ihres Programms und mit ihrem Widerstand gegen den „Eventcharakter“ vieler Festivals argumentiert. Sie tritt nun zurück auf dem Höhepunkt öffentlicher Förderzuschüsse für das Beethovenfest. Wie es aber nach dem Jubiläumsjahr weitergehen soll, dazu hat bislang niemand unter den Verantwortlichen eine Aussage gemacht.

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