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Semperopernball : Doch kein Orden für al Sisi

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Der künstlerische Leiter des Semperopernballs, Hans-Joachim Frey, überreicht Abdel Fattah al Sisi den St.-Georgs-Orden. Bild: dpa

Weil die Ausrichter des Semperopernballs den ägyptischen Staatschef mit einem Orden auszeichneten, hagelte es Kritik. Moderatoren und Laudatoren sagten ab. Nun zieht der Verein den Orden für al Sisi zurück.

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          Der Dresdner Semperopernball-Verein macht die umstrittene Verleihung seines St. Georgs Ordens an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al Sisi rückgängig. Die Auszeichnung werde ihm wieder aberkannt, das habe Ballchef Hans-Joachim Frey nach einem Treffen mit Rocksänger Peter Maffay am Dienstag entschieden, sagte Pressesprecher Holger Zastrow der Deutschen Presse-Agentur. Darüber hatte zuerst „saechsische.de“ berichtet. Maffay, der für den Mitternachts-Act beim Ball gebucht ist, hat auf die Aberkennung bestanden. Angaben dazu, wie das erfolgen soll, machte Zastrow nicht.

          Die Ehrung von al Sisi, der nach einem Militärputsch an die Macht kam und hart gegen Kritiker und Oppositionelle vorgeht, als „Hoffnungsträger und Mutmacher eines ganzen Kontinents“, „Brückenbauer und Friedenstifter“ vor gut einer Woche in Kairo hatte Empörung und Protest ausgelöst.

          Im Zuge der Debatte hat nun auch Model Eva Padberg ihre Teilnahme abgesagt. „Ich habe mich als Botschafterin für Unicef sehr auf den Semperopernball gefreut“, schrieb sie auf Instagram. Sie habe als Gast über die wichtigen Projekte sprechen wollen, um Kindern weltweit zu helfen. „In den letzten Tagen habe ich leider den Eindruck gewonnen, dass dieses Anliegen durch die Diskussionen rund um den Ball in den Hintergrund rückt und nicht den gewünschten Raum erhalten würde“, erklärte sie. Deshalb werde sie am Freitag nicht in Dresden vor Ort sein.

          „Die Heftigkeit und Unversöhnlichkeit, mit der in den vergangenen Tagen über die Veranstaltung gesprochen wird, überlagert zusehends unser Ziel, dort viele Menschen mit unserem Einsatz für Kinder zu erreichen“, teilte das Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Deutschland mit. Gemeinsam mit Padberg sei man deshalb zu dem Entschluss gekommen, „in diesem Jahr nicht an dem Ball teilzunehmen“.

          Die als Co-Moderatorin engagierte „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers hatte zuvor ebenfalls abgesagt, wie auch die für sie benannte Mareile Höppner. Auch Schlagersänger Roland Kaiser distanzierte sich, entschied sich nach der Entschuldigung von Frey aber doch, durch den Abend zu führen.

          Nach Absagen von Preisträger und SAP-Gründer Dietmar Hopp und Fußballmanager Uli Hoeneß als Laudatoren hatte der Ballverein erklärt, dass es diesmal keine weiteren Ehrungen geben und komplett auf die Ordensverleihung verzichtet werde.

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