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In einer Stadt mit Extremen : Mission Schwanensee in Chemnitz

  • -Aktualisiert am

Am Startblock: Die Kompagnie wartet nicht auf die Chemnitzer, sondern tanzt ihnen auch im Stadtbad entgegen. Bild: Nasser Hashemi

Zwanzig Tänzer aus neunzehn Nationen, das ist hierzulande eigentlich nichts Besonderes: Wie ein Ballettensemble mit kühnen Ideen seinen Platz im Alltag einer Stadt mit Extremen findet.

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          Mit zwanzig Tänzern mutet es wie Wahnsinn an, Verstiegenheit und Anmaßung, einen Ballettabend mit dem Titel „Schwanensee“ in den Spielplan stemmen zu wollen. Das Stadttheater Chemnitz wird sich daran verheben, musste man denken, das Portal des Theaters misst ja nicht einmal elf Meter, das Ensemble, das Sabrina Sadowska in der zweiten Saison leitet, reicht großzügig gerechnet bis zur zweiten Variation im ersten Akt. Oder für einen „Nussknacker“, der auch noch kommt. Die ganze Compagnie aber hat der Ehrgeiz gepackt.

          Als Sadowska klar war, dass ihr selbstgeschriebenes, gegenüber der Originalversion verändertes Libretto funktionieren könnte, und als mit dem Wiener Staatsoper-Solisten Eno Peci ein Choreograph gefunden war, der die sogenannten „weißen“ Akte zwei und vier unter Einbeziehung von Teilen der Originalchoreographie von Lew Iwanow gestalten mochte, da ließ sich das Chemnitzer Theater nicht mehr aufhalten. Die Oper hier ist schließlich auch nicht bescheiden. Bald ist der Chemnitzer Ring vollständig. So klein ist die Stadt mit dreihunderttausend Einwohnern auch wieder nicht, es fühlt sich nur so an, wenn man aus dem Hauptbahnhof um die Ecke biegt und dann die abschüssige Riesenstraße zu dem Riesenplatz hinunterkullert, auf dem das Theater, das Museum, die Kirche und das Hotel zusammenstehen wie der älteste Teil der Familie auf einer zu lauten Party.

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