https://www.faz.net/-gqz-9bj2l

Wiener Staatsballett : Martin Schläpfer übernimmt das Traditionsensemble

  • -Aktualisiert am

Neue Wirkungsstätte: Die Wiener Staatsoper während des Opernballs mit Tänzern des Staatsballetts Bild: Reuters

Martin Schläpfer wird Chef beim Wiener Staatsballett. Aber wie passen ein traditionsstarkes Ballett und sein Publikum zu einem Direktor, der sich tanzhistorisch nur in der Moderne auskennt?

          1 Min.

          Der Schweizer Martin Schläpfer wird Direktor des Wiener Staatsballetts unter dem neuen Staatsopern-Intendanten Bogdan Roscic. Er löst zur Saison 2020/21 den ehemaligen Etoile der Pariser Oper, Manuel Legris, ab, der erklärt hatte, er stehe nicht mehr zur Verfügung. Der bereits als Tänzer hochtalentierte, in Bern erstmals als Ballettchef wirkende, bescheiden auftretende Schläpfer bekleidet an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, deren Ballettdirektor er 2009 wurde, inzwischen die Position des Chefchoreographen und Künstlerischen Direktors. Das Leitungsalltagsgeschäft hat er dem früheren Ensemblemitglied Remus Sucheana übertragen, der deshalb den Titel Ballettdirektor führt.

          Schläpfer hat es erreicht, dass man seinem Ensemble ein neues Proben- und Trainingshaus baute, das Ballettzentrum. Wie an seinem vorherigen Schaffensort, dem Staatstheater Mainz, wird er in Düsseldorf und Duisburg eine Dekade gearbeitet haben. Fünf Jahre braucht ein Ballettdirektor in etwa, um ein Ensemble an einem neuen Ort zur Perfektion zu führen. Insofern sind zehn Jahre an einem Ort eine sehr gute Zeit, um die eigene Ästhetik entsprechend der lokalen Situation auszuformulieren.

          Martin Schläpfer

          Nach der wenig aufregenden Neuinterpretation von „Schwanensee“ steht nun die Frage im Raum, wie gut Schläpfer zu Wien und das Gott sei dank traditionsstarke Staatsballett und sein Publikum zu einem Direktor passen, dessen Auffassung von Klassikerversionen unbekannt ist, der sich tanzhistorisch nur in der Moderne auskennt und, was zeitgenössischen Tanz betrifft, nicht stilsicher ist. Nicht zuletzt liegen seine besten Premieren ein paar Jahre zurück.

          Weitere Themen

          Virtuosin der Hassliebe

          Zum Tod von Irm Hermann : Virtuosin der Hassliebe

          Fassbinder machte sie zum Star, Loriot weckte ihre humoristische Seite: Die Schauspielerin Irm Hermann stand mehr als fünfzig Jahre vor der Kamera und auf der Bühne. Nun ist sie, eine der Großen des deutschen Films, in Berlin gestorben.

          Topmeldungen

          Schüler einer vierten Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts in Dresden auf ihren Plätzen.

          Im neuen Schuljahr : Welcher Lernstoff ist verzichtbar?

          Auch nach den Sommerferien wird der Unterricht anders sein als gewohnt. Drei Szenarien sind denkbar. Die Friedrich Ebert Stiftung schlägt nun vor, Prüfungs- und Lehrinhalte zu reduzieren. Streit ist programmiert.
          Streit mit der Bild-Zeitung: Virologe Christian Drosten

          „Bild“ gegen Drosten : Wahrheit im Corona-Style

          Die Kampagne gegen den Virologen Drosten ist sachlich unbegründet, niveaulos und niederträchtig. Sie richtet sich gegen die Wissenschaft. Und damit ist weder der Gesellschaft noch der Politik gedient.
          Lachen für die Kameras: Betriebsratschef Bernd Osterloh und VW-Chef Herbert Diess (rechts) im Oktober 2019 in Wolfsburg

          Osterloh gegen Diess : Das System VW schlägt zurück

          Betriebsratschef Bernd Osterloh wagt den Machtkampf mit VW-Chef Herbert Diess. Hauptkritikpunkte: Sein Führungsstil und die vielen technischen Pannen im Unternehmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.