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„L’Italiana in Londra“ : „Sehr dunkel, sehr humorvoll“

  • -Aktualisiert am

Sie brauchen eine große Bühne: Dirigent Leo Hussain (links) und Regisseur R. B. Schlather in der Oper Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

R. B. Schlather und Leo Hussain bringen Domenico Cimarosas selten gespieltes Intermezzo „L’Italiana in Londra“ an der Oper Frankfurt auf die Bühne: Ein Gespräch mit Regisseur und Dirigent über reizvolle Nebenhandlungen und Verdrängung durch Mozart.

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          Jeder, der schon einmal in einem Budget-Hotel übernachtet habe, werde die Personen auf der Bühne wiedererkennen, vermutet Regisseur R. B. Schlather. Auch die Musik, verspricht Dirigent Leo Hussain, erwecke den Eindruck, sie irgendwo schon einmal gehört zu haben. Zumindest sofern man ein wenig Mozart im Ohr hat. Wenn sich von Sonntag, 26. September, an beim Besuch der Oper Frankfurt derartige Déjà-vu-Erlebnisse einstellen, dürfte das wahrscheinlich nicht am Werk selbst liegen, das dann zu sehen ist. Denn Domenico Cimarosas „L’Italiana in Londra“ („Die Italienerin in London“) gehört zu den zahlreichen unbekannten Werken des Mozart-Zeitgenossen, von dem gelegentlich noch die Buffa „Die heimliche Ehe“ auf den Spielplänen erscheint.

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          Wenn sich Gefühle der Vertrautheit einstellen, könnte das mit der Situation zu tun haben, die ein wenig an so manche enge Hausgenossenschaft der Pandemiezeit erinnert: In einem Londoner Hotel verbringen die fünf Personen der Handlung mehrere Tage miteinander, sitzen vielleicht fest, haben eigentlich keine rechten Aufgaben und tragen keine Verantwortung, die Zeitungen berichten vom Krieg. In diesem Hotel einer gewissen Madama Brillante treffen die aus Genua stammende Livia und der englische Milord Arespingh, die einmal ein Liebespaar waren, aufeinander. Der Holländer Sumers und der Neapolitaner Don Polidoro sind schon Gäste des Hauses. Doch eigentlich, sagt der amerikanische Regisseur, gehe es zu, als ob Jean Genet und Monty Python aufeinanderträfen. Sehr dunkel, sehr humorvoll, sehr surreal sei das Geschehen, das sich entwickele. Die Oper, fügt der britische Dirigent hinzu, sei in gewisser Weise ein „lautes Stück“, mit „lauten Charakteren“, denen Cimarosa freilich eine jeweils sehr individuelle, sehr helle Musik zuschreibe. Und, so Regisseur Schlather, es sei ein Stück, das unbedingt die große Bühne brauche. Auch wenn die Besetzung ohne Chor und mit fünf Solisten eine überschaubare ist.

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