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Konzerte : Einmalig teuer

  • -Aktualisiert am

Rolling Stones: Neue Maßstäbe auch bei den Eintrittspreisen Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Wer die Stars der Saison live erleben will, muß blechen: Preise von hundert Euro fürs Ticket sind fast normal. Im Kampf um Stars wie Robbie Williams zahlen Veranstalter gelegentlich auch überzogene Honorare.

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          Der Achtzehnjährige nennt sich „Guitar Manu“, ist Mark-Knopfler-Fan und ziemlich verärgert: „Mich stört, daß die Preise für Konzertkarten jedes Jahr steigen. Wo soll das hinführen? Ich bin Schüler und habe kein Einkommen. Da sind 50 Euro gar nicht wenig . . .“

          Bei Eric Clapton habe er gar 58 Euro hingeblättert, schreibt er in einem Internetforum, dafür allerdings auch direkt vor der Bühne dem Star quasi die Schweißperlen von der Stirn tupfen können. „Bei Marks Tour gibt es ja nur Sitzplätze, da muß man schon mehr ausgeben, um nach vorn zu kommen.“ Und was bleibe ihm anderes übrig als zu zahlen? Das Konzert sausen lassen - das komme wirklich nicht in Frage.

          Knapp 200 Euro für briefmarkengroße Stars

          Auch dem Rock-Fan Alex kommen fast die Tränen, wenn er seine Sammlung von Eintrittskarten genauer anschaut. Bryan Adams 1991: 38 Mark, heute 59 Euro. Rolling Stones 1990: 50 Mark, heute um die 120 Euro. Selbst die unvermeidliche Britney Spears ließ sich im vergangenen Jahr das Privileg ihrer leibhaftigen Gegenwart mit 80 Euro vergüten. „Da sind die 47,15 Euro von Herrn Knopfler sehr gut angelegt!“ stellt Alex fest.

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          Das findet auch Marek Lieberberg, Konzertveranstalter aus Frankfurt, der gerade die Karten für 15 Auftritte der Elektropop-Band Depeche Mode (plus sechs Open-air-Termine im Sommer) locker unters Volk gebracht hat, zu Preisen um die 47 Euro, was er - zu Recht - ein „moderates Preisgefüge“ nennt. Der teuerste Star in seinem Repertoire war bislang Madonna. Wer sie sehen wollte, mußte um die 100 Euro ausgeben.

          Bei CTS Eventim, Deutschlands größtem Ticketvertreiber, sind solche Preise normal. Wer im Sommer eines der sieben RollingStones-Konzerte erleben will, hat noch die Wahl. Das günstigste Ticket kostet 84,50, das teuerste 188 Euro (plus Vorverkaufsgebühr, die nach Spielort unterschiedlich ausfällt). Also 84 Euro dafür, sich weit hinten auf der Kölner Jahnwiese mit Hunderten auf gleicher Höhe zu drängen, die Stars auf der Bühne gerade noch briefmarkengroß zu erkennen - lohnt sich das?

          Eskalierende Personalkosten

          Offenbar. Die Zugkraft der Heroen des Rock reicht allemal, um dieses Preisniveau durchzusetzen. Ablesen läßt sich ein Legendenwert auch an den teils horrenden Geboten, die bei Ebay für Tickets von bereits ausverkauften Konzerten abgegeben werden: Ein Sitzplatz beim Robbie- Williams-Konzert in München wird gerade für 127 Euro gehandelt, „100 Prozent seriös“. Gut zu wissen. Im Dezember ließ die Berliner Staatsanwaltschaft einen 29 Jahre alten Mann festnehmen, der 2000 gefälschte Tickets für die Depeche- Mode-Tournee über Ebay vertrieben hatte. Der Schaden wird auf 160.000 Euro beziffert.

          Was sind die Gründe für den wahnwitzigen Preisanstieg? Zum einen wird die Binsenwahrheit genannt, daß mit Einführung des Euro das Preisgefüge insgesamt angehoben wurde. Den Konzertbetrieb trifft das insofern, als er mit hohem Personalbedarf operiert: Aufbau der Bühne, Einlaß, Sicherheit, Betreuung der Künstler - „da kann man keine Maschinen hinstellen, das sind Personalkosten, und diese Kosten eskalieren“, erläutert Branchengröße Lieberberg.

          Dreiste Forderungen erhöhen die Preise

          Zum anderen aber orientieren sich die überwiegend aus Großbritannien und Amerika anreisenden Pop-Größen am international üblichen Standard. Die Veranstalter kalkulieren grob ausgedrückt so: Von den Einnahmen durch Ticketverkäufe werden die Sachkosten einer Tour wie Hallenmiete, Werbung, Marketing und Personal abgezogen - übrig bleibt eine Summe X.

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