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Klaus Maria Brandauer : Der neue Wallenstein

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Es ist diese Mischung aus Arroganz und Souveränität, mit der Klaus Maria Brandauer zu einer öffentlichen Figur geworden ist. Der PR-Marathon für seine „Dreigroschenoper“ ist jetzt abgeschlossen, im kommenden Mai wird er Peter Steins Wallenstein sein.

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          Legendär ist die Episode aus einer der bunten Talkshows, als der Moderator seinen Gast anläßlich eines neuen Films, für den dieser warb, konsequent mit „Karl Maria Brandauer“ anredete. Der blieb darob völlig unbeeindruckt. Als sein Gegenüber endlich den Irrtum bemerkte, peinlich berührt „Karl“ durch „Klaus“ ersetzte und fragte, warum der andere ihn denn nicht korrigiert habe, antwortete Brandauer, süffisant grinsend: „Die Leut' wissen doch eh, wie ich heiße.“

          Es ist diese Mischung aus Arroganz und Souveränität, aus aalglatter, narzißtisch unterfütterter Unverschämtheit und nonchalantem, aus Disziplin, Können, Erfolg gewachsenem Selbstbewußtsein, mit der Brandauer zu einer öffentlichen Figur geworden ist, an der sich die Geister scheiden: Man mag ihn ganz, oder man mag ihn gar nicht.

          Der eitle Tausendsassa

          Daß der kein bißchen weniger kapriziöse Peter Stein zu den Bewunderern gehört, war bislang allerdings nicht bekannt. Nun hat er ihn, wie die „Leipziger Volkszeitung“ nach einem Gespräch mit Brandauer meldete, als Protagonisten für seine Inszenierung von Schillers „Wallenstein“-Trilogie im Mai 2007 am Berliner Ensemble auserkoren. Wenn dies denn stimmt, was alle Beteiligten sich noch spekulationsfördernd zieren zu bestätigen, wäre damit die schwierige Suche nach einem Hauptdarsteller endlich beendet.

          Brandauer als Nathan am „Wiener Burgtheater”

          Wunschkandidaten wie Bruno Ganz oder Thomas Thieme waren zu einer Zusammenarbeit nicht bereit, und Gert Voss ließ sich lieber von Andrea Breth als Wallenstein engagieren. Mit Brandauer, der einmal von sich sagte, daß er alles gern spiele, sogar den „Faschingsprinzen“, wurde zweifellos das gewonnen, was man „einen großen Namen“ nennt. 1944 in Österreich geboren, absolvierte er sein Schauspielstudium in Stuttgart und zählt seit 1972 zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Der mit grenzenlosen Kräften und unvergänglichem Bubencharme gesegnete, keiner Eitelkeit abholde Tausendsassa gastierte außerdem regelmäßig andernorts, wie bei Noelte in München oder im Salzburger „Jedermann“, trat mit Lese- und Musikprogrammen auf, unterrichtete am Wiener Max-Reinhardt-Seminar.

          Kein schlechter Schutzpatron

          Mit der Rolle des Hendrik Höfgen alias Gustaf Gründgens in István Szabós „Mephisto“ wurde er überdies zum internationalen Kinostar, reüssierte später in Kassenschlagern à la „Jenseits von Afrika“ oder der James-Bond-Serie. Inzwischen ist er auch als Film- wie Theaterregisseur im Geschäft. In Berlin inszeniert er zur Wiedereröffnung des Admiralspalastes Brechts „Dreigroschenoper“. Die Premiere mit dem Punkrocker Campino („Die toten Hosen“) als Mackie Messer wird, nachdem die Bauaufsicht die Genehmigung erteilt hat, heute stattfinden.

          Wie Brandauer selbst erklärte, brachte einst kein Geringerer als Fritz Kortner seine künstlerischen Blütenträume zur Entfaltung. Ähnlich würde es wohl dessen zeitweiliger Assistent Peter Stein für sich definieren. Inspiriert von diesem Übervater, wollen sie demnächst gemeinsam „Wallenstein“ erklimmen - kein schlechter Schutzpatron, und ein notwendiger gewiß.

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