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Klima am Theater : Viele haben Angst, sich zu Wort zu melden

Nazis rein, statt raus: Szene aus Christoph Schlingensiefs Züricher „Hamlet“ Prdouktion aus dem Jahr 2001, in der auch aussteigewillige Neonazis mitspielten Bild: David Baltzer/Zenit/Laif

Mobbing, Verleumdung, Shitstorm: Ein Interview mit Sebastian Rudolph, Schauspieler vom Schauspiel Zürich, über moralpolitischen Druck am Theater heute und die Frage, warum auch Rechtsradikale im Publikum sitzen sollten.

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          Herr Rudolph, in einem Beitrag für das Jahresheft von „Theater heute“ schreiben Sie, Sie hätten noch nie „eine solche Furcht davor erlebt, seine Meinung zu sagen oder auch nur zu denken, wie jetzt in den führenden, korrekt positionierten Kulturinstitutionen“. Was heißt das?

          Simon Strauß
          Redakteur im Feuilleton.

          Ich persönlich hatte im Theater nie Angst vor den gefährlichen Machttypen an der Spitze. Das hat mich immer herausgefordert, die habe ich bekämpft. Jetzt aber wird es komplizierter, es bilden sich Gruppen, die suggerieren, eine Mehrheitsmeinung zu vertreten, um andere damit zum Schweigen zu bringen. Die Angst, ausgestoßen zu werden von dieser angeblichen Mehrheitsmeinung, ist so stark, dass viele im Theaterbetrieb inzwischen große Furcht haben, sich überhaupt noch abweichend zu bestimmten Themen zu Wort zu melden.

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