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Interview mit Wolfgang Rihm : Fortschritt? Vielleicht bei Frisuren von Pop-Stars

  • -Aktualisiert am

Wolfgang Rihm in seinem Karlsruher Zuhause: „Neu aufkeimende Naivität soll man nicht entmutigen“. Bild: Alexander Hammer

Bei Wolfgang Rihm ist 2017 eine schwere Krankheit diagnostiziert worden. Er komponiert aber unverdrossen weiter und gibt sich kampfentschlossen. Dass ein Dokumentarfilm über ihn kürzlich mit „Vermächtnis“ übertitelt wurde, gefällt ihm deswegen gar nicht.

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          In Ihrem Essay, „Der geschockte Komponist“ von 1978 schreiben Sie: „Der erste Schock, das Neue altert!“ Jetzt sind Sie selbst, 1952 in Karlsruhe geboren, nicht mehr der ganz jüngste. Ist ein abgeklärtes Spätwerk schon in Sicht?

          Das sind ja alles Worthülsenfrüchte. Wer weiß schon, wie „spät“ es oder etwas ist – und was bedeutet eigentlich „abgeklärt“? Und wenn schon: absichtlich lässt sich da sowieso nichts bewerkstelligen. Ich bin zu allen Zeiten meiner Intuition gefolgt, sehe darin aber keine Heldentat, sondern einfach das Menschen-Mögliche. Aber schauen Sie: „Intuition“ ist auch so eine Hülsenfrucht. Um im Bild zu bleiben: Letztlich interessiert es „nicht die Bohne,“ ob musikalische Dichte intuitiv entstanden ist. Es zählt einzig die Sache selbst. Ermöglicht diese ein Weiteratmen, einen tieferen Blick, einen Schritt von sich selbst weg?

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