Wormser Festspiele :
Im Namen der Sonnenbrille

Von Martin Halter
Lesezeit: 4 Min.
Schwarze Witwe als Beckenrandnixe: Charlotte Puder als Kriemhild
Dieter Wedel gibt in diesem Jahr zum letzten Mal bei den Wormser Nibelungenfestspielen den Ton an. Mit „Kriemhilds Rache“ inszeniert er zum Abschied eine blutige Parabel auf Größenwahn und Untergangslust.

Die dreizehn Jahre mit Worms, scherzte Dieter Wedel bei seiner Verabschiedung, seien seine wohl längste Beziehung gewesen. Worms dankte dem scheidenden Intendanten seine Nibelungentreue mit der Festschrift „Das Wunder von Worms“ und der Ausstellung „Dinner für Dieter“, in der neben Kostümen und Requisiten aus dreizehn Festspieljahren auch die Sonnenbrille des Meisters und seine Pausensnacks (Garnelen, Nüsse, Pralinen) zu sehen sind. Zum Abschied servierte der Intendant auf der Bühne vor dem Dom statt Pralinen, Klamauk und Schwertergerassel ein härtere Nuss: ein eher leises, ernstes und ausgesprochen ehrgeiziges Theaterstück.

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