Im Gespräch: Anne Sofie von Otter :
Finden Sie Carmen sexy, Frau von Otter?

Von Jürgen Kesting
Lesezeit: 7 Min.
Ob eine „Nordische Eis-Göttin” die südlich-sinnliche Femme fatale Carmen singen könne? Keine Frage für Anne Sofie von Otter
Sie hat mehr Aufnahmen gemacht als alle ihre Kolleginnen in den letzten dreißig Jahre. Die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter über den Witz von Offenbach, Barbra Streisand als Vorbild und die Herausforderung der Carmen-Partie.
Anne Sofie von Otter trägt Jeans, ein hellblaues Pulloverhemd und dezentes Make-up. Sie wirkt entspannt, denn ihr nächstes Konzert ist erst in drei Wochen. Sie kann also reden, ohne auf die Stimme Rücksicht nehmen zu müssen.
Sie haben mehr Aufnahmen gemacht als alle Ihre Kolleginnen in den letzten dreißig Jahren. Gehört die Suche nach dem Neuen zu Ihren besonderen Eigenschaften?

Ich hatte das Glück, im richtigen Moment zu beginnen. Die Laufbahn einiger Kolleginnen ging zu Ende. Und ich war immer darauf bedacht, ein möglichst umfassendes Repertoire für meine Stimme zu singen.

Auch mit ihm hat Anne Sofie von Otter bereits zusammengearbeitet: Elvis Costello
Auch mit ihm hat Anne Sofie von Otter bereits zusammengearbeitet: Elvis CostelloAP
Wie sind Sie auf die Lieder und die Musik gestoßen, die von Gefangenen des Konzentrationslagers Theresienstadt geschrieben worden sind?

Ich wurde im Jahr 2000 eingeladen, diese Lieder von Ilse Weber, Hans Kráza, Victor Ullmann und anderen beim Holocaust-Forum in Stockholm zu singen. Über David Bloch erhielt ich weitere Lieder, die durch das Terezín Music Memorial Project zusammengetragen worden waren. Die Lieder haben in mir einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. 2006 und 2007 habe ich sie dann aufgenommen.

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