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Salzburger Festspiele 2010 : Mythen-Kunde

  • Aktualisiert am
Die neue Salzburger Buhlschaft: Birgit Minichmayr
          2 Min.

          Hinabsteigen zu den Ursprüngen unserer Geschichte und Kultur wollen die Salzburger Festspiele 2010. Unter dem Titel „Mythen“ versammeln sich in der Oper „Elektra“ von Richard Strauss, „Dionysos“ im neuen Musiktheater von Wolfgang Rihm, Glucks „Orpheus und Eurydike“ und Alban Bergs „Lulu“ als mythisches Geschöpf der Moderne. Der für „Lulu“ ursprünglich angekündigte Dirigent Nikolaus Harnoncourt hat seine Mitwirkung abgesagt, statt seiner leitet Marc Albrecht die von Jürgen Flimm inszenierte Aufführung mit Patricia Petibon in der Titelpartie.

          Auch im Schauspiel wird es Mythen-Kunde geben: Der Regisseur Peter Stein kehrt wieder nach Salzburg zurück und inszeniert „Ödipus auf Kolonos“ von Sophokles – mit Klaus Maria Brandauer in der Ödipus-Rolle. Eine moderne Adaption der Sophokleischen „Ödipus“-Trilogie von Jon Fosse unter dem Titel „Tod in Theben“ erlebt ihre deutschsprachige Erstaufführung. Mit Sunnyi Melles in der Titelrolle inszeniert Matthias Hartmann Racines „Phädra“.

          Ausstellung zum Jubiläum

          Das wieder von Markus Hinterhäuser gleichsam „komponierte“ Konzertprogramm antwortet auf Wolfgang Rihms neue Oper mit einem „Kontinent Rihm“, neun Konzerten, in denen nicht nur Rihms Kompositionen erklingen, sondern auch Werke von Komponisten, zu denen er eine besondere Affinität besitzt, unter anderen Darius Milhaud, dessen Bühnenmusik zu Aischylos’ „Choephoren“ das Mythenthema ins Konzertprogramm überführt. Ingo Metzmacher wird das Werk neben der „Dionysos“-Oper musikalisch leiten.

          Da die Salzburger Festspiele und ihre Geschichte selbst zu einem Mythos geworden sind, möchte man im kommenden Jahr im Mythen-Reigen mittanzen: Die 1920 erstmals veranstalteten Festspiele feiern 2010 ihren Neunzigsten: mit einer großen Ausstellung und vielen besonderen Veranstaltungen.

          Netrebko kommt, Kehlmann nicht

          Das Programm der letzten Saison von Intendant Jürgen Flimm, der an die Berliner Staatsoper Unter den Linden wechselt, wird mit einer Neueinstudierung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ eröffnet, mit Nicholas Ofczarek als Jedermann und Birgit Minichmayr als Buhlschaft. Die russische Sopranistin Anna Netrebko ist in einer Wiederaufnahme von Charles Gounods „Romeo et Juliette“ als Juliette zu erleben. Einen gemeinsamen Auftritt mit dem mexikanischen Tenor Rolando Villazón soll es nicht geben. Der gerade von einer Stimmbanderkrankung genesene Künstler kommt nur zu einem Liederabend zusammen mit der Pianistin Hélène Grimaud nach Salzburg.

          Das bereits 2008 als Theater-Uraufführung angekündigte neue Werk des deutsch-österreichischen Schriftstellers Daniel Kehlmann soll hingegen erst 2011 herauskommen. „Wir brauchen einfach noch mehr Zeit“, sagte der Chef der Salzburger Schauspielsparte, Thomas Oberender.

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