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Entlassungen an der Volksbühne : Rund zehn Prozent der Belegschaft sind betroffen

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Soll Frank Castorf als Intendant der Volksbühne ablösen: Chris Dercon Bild: dpa

In der Theaterwelt wird beargwöhnt, dass der künftige Intendant der Volksbühne aus der Bildenden Kunst kommt. Die Berliner Senatskulturverwaltung bestätigt Personalkürzungen und nennt sie einen „ganz normalen Vorgang“.

          An der Berliner Volksbühne stehen Personalkürzungen an. Von den derzeit 216 Mitarbeitern werden bei 20 bis 25 die Verträge nicht verlängert, sagte der Sprecher der Senatskulturverwaltung, Lars Bahners, an diesem Montag. Das seien etwa zehn Prozent der Belegschaft. Zugleich wies er Medienberichte über deutlich weitgehendere Kürzungspläne zurück.

          Die „Berliner Zeitung“ (Montagsausgabe) hatte berichtet, dass fast ein Viertel der Belegschaft das renommierte Theater verlassen muss. Insgesamt würden unter dem neuen Intendanten Chris Dercon bis zu 50 Mitarbeiter der 216 Personen umfassenden Belegschaft nicht weiter beschäftigt.

          „Die Zahl ist frei erfunden“, erklärte hingegen Bahners. Der Sprecher verwies darauf, es sei „ein ganz normaler Vorgang“ bei Intendantenwechseln, dass bei künstlerischen Beschäftigen nach dem sogenannten Bühnen-Normalvertrag Nichtverlängerungsgespräche geführt und Nichtverlängerungsverfahren eingeleitet würden. „Nach derzeitigem Stand gibt es 20 bis 25 von solchen Nichtverlängerungsverfahren“, sagte Bahners. Bei nichtkünstlerischem Personal seien keine Kündigungen möglich oder geplant.

          Mehrheitlich misstrauisch

          Der „Berliner Zeitung“ zufolge sind vor allem künstlerische Gewerke des Theaters, wie Dramaturgen oder Regisseure, von den Streichungen betroffen. Weitere Details seien jedoch noch nicht bekannt.

          Hintergrund der personellen Veränderung ist der Zeitung zufolge die Übernahme der Intendanz des Theaters durch den belgischen Museumsmanager Chris Dercon im Sommer 2017. Der 57 Jahre alte noch amtierende Leiter der Tate Modern in London soll den seit 1992 amtierenden Regisseur Frank Castorf ablösen.

          Vor rund zwei Wochen hatte die Volksbühnen-Belegschaft ihrem künftigen Leiter mehrheitlich in einem offenen Brief das Misstrauen ausgesprochen und die Kürzungspläne als „Abwicklung“ und „Zerstörung“ bezeichnet, berichtet die „Berliner Zeitung“ weiter.

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