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Jazzpianistin Johanna Summer : Improvisieren ist alles

  • -Aktualisiert am

Eins werden mit dem Instrument: Johanna Summer am Klavier. Bild: Andreas Pein

Mut zum Experiment: Ein Besuch bei der jungen Jazzpianistin Johanna Summer, die gerade ihr Debütalbum herausgebracht hat. Sie spielt mit vollendeter Leichtigkeit.

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          Wenn sich Johanna Summer ans Klavier setzt, scheint sie um sich herum nichts mehr wahrzunehmen. Ihr Blick ist auf die Tasten gerichtet, der Kopf gebeugt, sie spielt frei, ohne Noten, und wird eins mit dem Klavier. 1995 in Plauen geboren, entschied sich die junge Pianistin nach vielen Jahren klassischen Klavierunterrichts, das Genre zu wechseln: ein bisschen Pop, vor allem aber Jazz. In einer sächsischen Kleinstadt wie Plauen sei das gar nicht so einfach gewesen, erzählt sie. Und doch versuchte sie schon dort, ihrem Drang zur Improvisation nachzugehen: „Ich wusste, da ist noch mehr in mir.“ So leicht ging es dann aber doch nicht. In einem Workshop für Jazzimprovisation lief es anders, als sie sich das vorgestellt hatte: „Ich konnte im Prinzip gar nichts“, sagt sie und lacht. Hört man sie jetzt spielen, kann man das kaum glauben. Doch sie wollte die Technik der Improvisation richtig erlernen und nahm Unterricht bei einem Lehrer, der darauf spezialisiert ist.

          Das führte sie zu einem Studium des Jazzklaviers an der Musikhochschule in Dresden. Das klassische Klavier hat sie trotzdem nie ganz aufgegeben. Wenn man sich in der Klassik weiterbilde, helfe das für die Jazzmusik: „Im Idealfall profitieren beide davon.“ Die Bedingung für gute Musik sei eine gute Technik. „Manchmal nehme ich mir beim Improvisieren mehr vor, als ich technisch umsetzen kann“, erzählt sie. Das sei ihr auch schon während eines Auftritts passiert. Und was macht sie dann? Aufhören und neu anfangen? Johanna Summer winkt ab: „Ach, das geht schon, dann biege ich einfach wieder in eine andere Richtung ab.“ Dass sie einfach findet, was andere zur Unterbrechung zwingen würde, zeugt natürlich von ihrem Können.

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