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Dramatikerin über Assange : Dieser Typ ist wie ein Terminator

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Die Theaterregisseurin Angela Richter bei den Proben zu ihrem neuen Stück Bild: Mutter, Anna

Aus ihren Treffen mit Julian Assange entwickelte sie ein Theaterstück. Bald wird Angela Richters „Assassinate Assange“ in Hamburg uraufgeführt. Ein Gespräch mit der Regisseurin.

          5 Min.

          Zurück in Hamburg - zumindest für ein paar Wochen. Angela Richter probt auf Kampnagel ihr neues Stück. Im Jahr 2010 war die Regisseurin mit ihrem Mann, dem Maler Daniel Richter, und dem gemeinsamen Sohn nach Berlin gezogen, enttäuscht von der Entwicklung der Kulturpolitik in ihrer alten Heimat. Angela Richter, Jahrgang 1972, deren Eltern aus Dubrovnik stammen, ist allerdings immer viel zu viel unterwegs, als dass sie sich irgendwo sesshaft fühlte. Für die Recherche zu „Assassinate Assange“ ist sie in diesem Jahr sicher fünfzigmal durch die Welt geflogen. Trotz Flugangst.

          Für Ihr neues Stück, das am Donnerstag auf Kampnagel uraufgeführt wird, haben Sie den Wikileaks-Gründer in London besucht. Wie oft haben Sie ihn getroffen?

          Insgesamt achtmal, das letzte Treffen war an einem Wochenende Anfang dieses Monats. Ich war allein fünfmal in der Botschaft von Ecuador in London, in der er seit dem 19. Juli ist. Ein irgendwie faszinierender Ort: er, seine beiden Assistenten, weitere Helfer, viele Besucher, alle in einem winzigen Zimmer, das höchstens 16 Quadratmeter groß ist und kein Tageslicht hat. Die Fenster wurden zur Sicherheit abgedunkelt. Assange hat sich bereits eine Höhensonne besorgt, damit er nicht depressiv wird.

          Angefangen hatte alles im vergangenen Sommer mit einem „privaten“ Mittagessen in London, das Sie für 1600 Euro bei Ebay ersteigert hatten. Gastgeber waren Assange und der Philosoph Slavoj Zizek. Von diesem Essen haben Sie im „Spiegel“ berichtet. Wie kam es dazu, dass Assange sich auf weitere Gespräche einließ?

          Ich hatte ihm bei dem Essen, das ich übrigens erst als Nachrückerin in einer zweiten Versteigerungsrunde bekommen habe, erzählt, dass ich ein Theaterstück über ihn plane, und meine E-Mail-Adresse dagelassen, aber nicht damit gerechnet, dass es ihn überhaupt interessieren könnte. Ein paar Wochen später meldete sich aber einer seiner Assistenten bei mir. Das erste richtige Treffen fand dann im März in London statt. Wir redeten vier Stunden. Während dieses Treffens entschied er sich, mir weitere Gespräche anzubieten.

          Der Titel Ihres Stücks ist ein Mordaufruf. Wer ist denn der Adressat?

          Es ist natürlich kein Aufruf, sondern eine Referenz an die Diskussionen, die es zu Assange in Amerika gab. Ein Artikel in der „Washington Times“ war genau so betitelt. Er selber betonte im ersten Gespräch, dass er die Berichterstattung über ihn teilweise als einen Versuch empfinde, ihn als öffentliche Person zu töten.

          Die Regisseurin und ihr Protagonist Julian Assange

          Aus dem Helden, der die westliche Welt vorführt, ist inzwischen ein Mann geworden, der vor allem auf der Flucht ist. Hat ihn sein Fall verändert?

          Kaum. Mir gegenüber zumindest hat sich sein Verhalten nicht geändert. Assange ist jemand, der stets unter einer großen Anspannung steht, die Gespräche waren anfangs sehr steif. Sie sind auch geschäftsmäßig geblieben, sobald ich das Diktiergerät anmachte. Als wir uns besser kannten, haben wir, er raucht ja keine Zigaretten, aber auch mal zusammen eine Schischa, eine Wasserpfeife, geraucht.

          Wie lange haben Sie denn mit ihm geredet?

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