https://www.faz.net/-gqz-9b91z

Dirigent und Naturaktivist : Enoch zu Guttenberg ist tot

  • Aktualisiert am

Enoch zu Guttenberg, 1946 bis 2018 Bild: dpa

Der Dirigent Enoch zu Guttenberg, Vater des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor, ist tot. Er gründete mehrere Musik-Ensembles, die Festspiele Herrenchiemsee und war Mitbegründer des BUND.

          1 Min.

          Der Dirigent Enoch zu Guttenberg ist tot. Er sei am Freitagmorgen in München gestorben, teilte sein Büro der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatte die „Abendzeitung“ darüber berichtet. Guttenberg wurde 71 Jahre alt. Geboren wurde er im kleinen Dorf Guttenberg im oberfränkischen Landkreis Kulmbach, dem Stammsitz seiner Familie, einem Adelsgeschlecht, das auf das 12. Jahrhundert zurückgeht (lesen Sie hier einen F.A.Z.-Besuch auf Schloss Guttenberg aus dem Jahr 2010).

          Enoch zu Guttenberg leitete die beiden Ensembles „Klangverwaltung“ und bereits seit den sechziger Jahren die Chorgemeinschaft Neubeuern, zudem hatte er im Jahr 2000 die Intendanz der Festspiele Herrenchiemsee übernommen. Der Dirigent ist der Vater des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.

          Guttenberg, dessen Vornamen Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh lauten, machte sich bereits in den siebziger Jahren einen Namen auch als politisch engagierter Umweltschützer. 1975 war er Mitbegründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), aus dem er im Jahr 2012 jedoch unter Protest austrat. Die Begründung lieferte er im Feuilleton der F.A.Z.

          Zuletzt engagierte sich Enoch zu Guttenberg, der seinem Sohn zuliebe, wie er in einem Interview sagte, in die CSU nach einem Austritt wieder eingetreten war, gegen die Verbreitung von Windkrafträdern. Den Echo-Preis, den er zusammen mit dem Orchester Klangverwaltung im Jahr 2008 erhalten hatte, gab er aus Protest gegen die Preisverleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang zurück. „Nachdem solch ein Preis nun im Jahr 2018 auch Verfassern von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten verliehen und noch dazu vom 'Ethikrat' Ihres Verbandes bedenkenlos freigegeben wurde, würden wir es als Schande empfinden, weiterhin diesen Preis in unseren Händen zu halten“, schrieb der Dirigent in einer Begründung. 

          Weitere Themen

          Tomas Tranströmer: „Espresso“

          Frankfurter Anthologie : Tomas Tranströmer: „Espresso“

          Was ist das? Es ist kostbar und konzentriert, wohltuend und kraftspendend. Es hat sechs Strophen mit je zwei Zeilen, und wenn man die Augen schließt, kann man riechen, wie es duftet.

          Topmeldungen

          Donald und Melania Trump am vorigen Mittwoch in Washington

          Trumps Impeachment-Prozess : Mehr Zeit für neue Skandale

          Der Impeachment-Prozess gegen Donald Trump soll erst am 9. Februar eröffnet werden. Bis dahin hoffen die Demokraten auf neue Skandale, die der Anklage weitere Munition liefern.
          Verrammelt und verriegelt: Das Lamb & Flag in London (Symbolbild)

          Großbritannien : 10.000 Pubs und Restaurants schließen

          Großbritanniens Gastronomie ist von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Während große Ketten sich frisches Kapital beschaffen, gehen die Kleinen unter.
          Mehr Unterstützung aus Washington: Amerikanische Forscher von Regeneron arbeiten am experimentellen Antikörper-Medikament.

          Antikörper-Medikament : Was auch bei Trumps Genesung half

          Ein amerikanisches Antikörper-Präparat erhält eine Notzulassung, 200.000 Dosen kauft die Bundesregierung. Deutsche Wissenschaftler vermissen Unterstützung bei ihrer Forschung – so würden Chancen verpasst, kritisieren sie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.