Unter der Bühne das Nichts
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Geisterveranstaltungen in Corona-Zeiten: König Ödipus von Sophokles im Staatstheater – eine Karikatur von Greser & Lenz Bild: Greser & Lenz
Schlechte Bilanz, noch schlechtere Aussichten: Die Lage der Theater ist dramatisch, denn das Publikum macht sich rar. Woran liegt das?
Wer in diesen Tagen an einem deutschen Theater vorbeischlendert, muss damit rechnen, dass er leichte Vibrationen verspürt, ein leises Beben in den Fundamenten. Das ist das Zittern der Intendanten, Regisseure und Ensembles vor der nächsten Spielzeit. In diesen Tagen blickt das Theater zurück – und schaut auf eine Saison, die für niemanden einfach und für viele Häuser sogar sehr schwierig war. Und zugleich schaut das Theater in die Zukunft – und blickt auf die kommende Spielzeit, die noch viel schwieriger werden könnte.
Auf die mit der Pandemie verbundenen Herausforderungen hat das Theater zunächst reagiert wie der übrige Kulturbetrieb auch: überrascht, erschrocken, verzweifelt. Dann hat man hat die eigene Systemrelevanz herausposaunt. Dafür gab und gibt es gute Gründe. Aber jetzt könnte sich ein Strukturwandel ankündigen: Das System, in dem man sich eben noch relevant fühlen durfte, scheint sich zu verändern. Es mutiert. Und mit den Mutationen könnten sich auch Bedeutung, Gewicht und Relevanz verändern – das hätte Folgen für die künftige Verteilung finanzieller Mittel.
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