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Otto Waalkes zum Siebzigsten : Deutschlands Komischster

  • -Aktualisiert am

„Die weiteren Aussichten: Ob es warm wird oder kalt – das hängt vom Wetter ab“: Otto Waalkes. Bild: Frank Bauer

Unser Lachen währt siebzig Jahre; aber wenn es hochkommt, dann hört es, wie die Liebe, nie auf: Otto Waalkes zum Geburtstag.

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          Wer Anfang der siebziger Jahre wenigstens von ferne etwas hatte läuten hören von einem gewissen „Otto“, den es im Fernsehen zu sehen geben würde und den man auf keinen Fall verpassen dürfe, weil er so unwahrscheinlich lustig sei, der mochte denken: Was soll an jemandem, dessen Name nach einem älteren oder jedenfalls seriösen Mann klang, denn groß komisch sein? Und womit bringt der sogar Leute zum Lachen, die es sonst eher mit dem Ohnsorg-Theater hielten?

          Edo Reents

          Redakteur im Feuilleton.

          Man lachte tatsächlich über ihn, schon deswegen, weil man es nur einmal im Jahr konnte. „Willst du was gelten, mache dich selten“, lautete die Maxime des in seiner Strenge bis heute einen womöglich unerlässlichen Gegenpol bildenden Managers Hans Otto Mertens. So etwas gibt es heute natürlich nicht mehr; sobald etwas funktioniert, wird es zu Tode geritten. In seiner im Mai erschienenen lesenswerten Autobiographie „Kleinhirn an alle“ (Heyne-Verlag) kommt Otto selbst mehrmals darauf zu sprechen, dass es eben andere, günstigere Zeiten waren für einen wie ihn, der die Szene einst ohne konkrete Pläne betrat, ja fast hineinstolperte in das Fach, das er konsequenter und ausdauernder vertrat als jeder andere deutsche Unterhaltungskünstler, indem nämlich schon unabsichtliche Bühnenmalheurs wie das Herunterfallen eines Mikrofons während der Auftritte mit seiner alten Band The Rustlers als komisch empfunden wurden. Wenn das so ist, wird er sich damals gedacht haben, dann mache ich daraus einen Beruf.

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