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Musikleben in Deutschland : Ein investierter Euro bringt vier zurück

  • -Aktualisiert am

Profis und Laien machen das deutsche Musikleben zu einem starken Wirtschaftsfaktor: das Medicanti-Orchester der TU Dresden am 30.März 2014 zum Abschluss der Tage der Chor- und Orchestermusik im Ballhaus "Neue Welt" in Zwickau (Sachsen). Bild: dpa

Systemrelevant: Fünfzehn Millionen Menschen machen in Deutschland Musik. Eine Studie belegt, dass das einen starken Einfluss auf die Wirtschaft hat.

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          Jetzt ist es an der Zeit, dicke Bücher zu lesen. Gemeint sind allerdings nicht die Monumentalwerke von Tolstoi, Proust oder Walter Kempowskis „Echolot“. Man nehme vielmehr ein Buch von sechshundert Seiten Umfang mit dem schlichten Titel „Musikleben in Deutschland“ zur Hand, herausgegeben vom Deutschen Musikinformationszentrum (MIZ) in Bonn, veröffentlicht im vorigen Jahr und erst kürzlich auch in englischer Sprache erschienen. Am besten wählt man als Zusatzlektüre noch den mehr als doppelt so dicken und vom selben Institut veröffentlichten, zudem im Internet jederzeit abrufbaren „Musik Almanach“. Wer das alles liest – und es dauert schon seine Zeit –, der wird dennoch schnell erkennen, was hierzulande geflissentlich übersehen wird, wenn sich Politiker, Ökonomen, Experten aller Art über so alltägliche Begriffe wie Industrie, Zulieferfirmen, Umwegnutzen oder die etwas sperrige, gleichwohl viel zitierte Systemrelevanz auslassen.

          Da man sich in misslichen Zeiten gern an Zahlen, Statistiken, Modellen und dergleichen orientiert, bisweilen auch klammert, bieten diese beiden Veröffentlichungen ein nahezu unerschöpfliches Reservoire an erfasstem und ausgewertetem Material, das in attraktive Koordinatensysteme, Tabellen, Listen und aufschlussreiche Übersichten gebracht wurde; zu einem Gebiet freilich, das im Bewusstsein der Öffentlichkeit eher eine Randexistenz führt.

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