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Salzburger Festspiele : Rumstehtheater mit Go-go-Girls

Immerhin telefoniert sie ihre Arie nicht durch: Rosa Feola (Dirce) Bild: dpa

Ein billiges Jonglieren mit Schlüsselreizen: Simon Stone verramscht in seiner Inszenierung von Luigi Cherubinis Oper „Médée“ den Ernst der Debatten, die zu führen wären.

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          Glaubt man dem Mythos, so ist Medea eine politische Figur. Ihre Karriere als Gewalttäterin begann mit Landesverrat, als sie in Kolchis ausländischen Banditen das Goldene Vlies aushändigte, mit ihnen gemeinsam floh und dabei ihren Bruder, ein Kind, tötete. Sie beförderte anschließend auch König Pelias, den Auftraggeber der Banditen, ins Jenseits. Und als der Anführer dieser Gangster, Jason, mit dem sie da schon zwei Kinder hatte, sich mit der Tochter von Kreon, dem Herrscher von Korinth, vermählen wollte, brachte sie auch Kreon, dessen Tochter und schließlich ihre eigenen Kinder um.

          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Nun kann man allerdings auch dem Mythos nicht glauben und wie Christa Wolf in ihrem Roman „Medea. Stimmen“ sagen: All diese Verbrechen wurden der Frau von einer männlich dominierten Geschichtsschreibung angehängt. Aber aus dieser politischen Dimension ganz ins Private zu flüchten ist dann doch bequem. Genau das macht Simon Stone bei seiner Inszenierung von Luigi Cherubinis Oper „Médée“ bei den Salzburger Festspielen.

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