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450 Jahre Staatskapelle Berlin : Der Zukunft zugewandt

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Die Preußische Staatskapelle im Jahr 1928, geleitet von Erich Kleiber Bild: © Stiftung Stadtmuseum Berlin

Das einstige Orchester der Markgrafen von Brandenburg und der Könige von Preußen wird 450 Jahre alt: Eine Box von fünfzehn CDs feiert die großartige Staatskapelle Berlin.

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          Auf 450 Jahre Geschichte kann die Staatskapelle Berlin 2020 zurückblicken. In dieser Stadt mit ihren zerstörten oder vielfältig transformierten Traditionen wirkt das ein wenig surreal, jedenfalls weniger greifbar als die Geschichte des mehrfach abgebrannten, zerstörten oder langjährig rekonstruierten Opernhauses Unter den Linden, das 1742 erstmals bespielt wurde. Es nahm die damalige Hofkapelle des preußischen Königs Friedrich II. auf und dient bis heute als Stammsitz des Orchesters. Aus der 1540 gegründeten Hofkantorei mit elf von den Trompetern dominierten Musikern ist mittlerweile das mit 136 Planstellen größte Berliner Orchester geworden. Was allerdings, gemessen an Spitzenorchestern mit ähnlichen Aufgaben wie in Wien oder in Leipzig, nur auf den ersten Blick besonders üppig wirkt.

          Die Staatskapelle ist zwar in erster Linie ein Opernorchester, spielt aber auch ihre eigenen symphonischen Konzerte, und dies nicht nur nebenbei und nicht nur in der hochklassig ausgestatteten Berliner Orchesterlandschaft. Tourneen und Aufnahmen lassen sie heute als ein Orchester von Weltrang erscheinen, fast untrennbar verbunden mit der Persönlichkeit von Daniel Barenboim. Seit 1991 bestimmt er als Künstlerischer Leiter die Geschicke von Opernhaus und Orchester, und er hat beide derart erfolgreich entwickelt, dass sein Vertrag mit dem Berliner Senat im letzten Jahr noch einmal bis 2027 verlängert wurde. Das Orchester, das seiner Arbeit nicht nur die produktive künstlerische Herausforderung verdankt, sondern auch stetig wachsende Bezüge, hatte dem heute 77 Jahre Alten schon im Jahr 2000 den Ehrentitel eines „Chefdirigenten auf Lebenszeit“ zugesprochen.

          Typisch für Barenboims Positionierung der Staatskapelle ist, wie er gleichzeitig das große, repräsentative Repertoire besetzt und mit derselben Energie aus neueren Partituren Funken schlägt. Beethoven, Wagner, Bruckner, Mahler werden unermüdlich und in massiven Zyklen aufgeführt, Berg und Schönberg, Boulez oder Elliott Carter wirken dazwischen aber nicht weniger bedeutend. Nachdem der kompakte Zyklus aller Beethoven-Symphonien in der diesjährigen Osterzeit ausfallen musste, zeigt das offizielle Festkonzert zum 450. Geburtstag, das im September stattfinden soll, ein ganz anderes Gesicht: Mendelssohn, Strauss und Beethoven, aber auch Boulez und eine Uraufführung von Jörg Widmann wird Barenboim dort dirigieren – eine kompakte Zusammenfassung des Orchesterprofils aus Geschichte und Gegenwart.

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