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Beethoven und die Medizin : Meerrettich in den Ohren

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Beethovens Hörrohr und eines seiner Manuskripte Bild: Picture-Alliance

Ludwig van Beethoven war zeit seines Lebens ein kranker Mann. Darum setzte er große Hoffnungen in die Medizin seiner Zeit. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Freude, schöner Götterfunken – dieser Jubelchor mit seiner mitreißenden Energie wäre eigentlich eine passende Hymne für die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gewesen. Die Corona-Pandemie hat diesem Jubiläum jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht, und leider gibt es in der Kultur aktuell nur wenig Anlass zur Freude. Für uns Menschen des 21. Jahrhunderts ist die Dominanz einer Krankheit, die plötzlich unser aller Leben bestimmt und für die es (bisher) kein Heilmittel gibt, sehr ungewöhnlich, denn wir hatten uns in den letzten Jahrzehnten in der trügerischen Gewissheit eingerichtet, gegen Infektionskrankheiten gewappnet zu sein. Mit Blick auf Ludwig van Beethoven ermöglicht uns jedoch gerade die Unsicherheit und Unklarheit im Umgang mit einer Erkrankung, wie wir sie derzeit erleben, ihn besser zu verstehen, da zu seiner Zeit solch bedrohliche Erkrankungen alltäglich waren.

          Der musiktreibende Patient

          Eine (musiker-)medizinische Beschäftigung mit Beethoven sollte die Medizin seiner Zeit berücksichtigen. Dies umso mehr, als sich interessanterweise bereits zu Lebzeiten Beethovens allererste Ansätze für die Ausbildung des heutigen Fachs Musikermedizin finden lassen. So widmete sich der Berliner Arzt Karl Sundelin (1791–1834) intensiv den Musikern und ihren Krankheiten und fasste seine Erfahrungen im Buch „Ärztlicher Ratgeber für Musiktreibende“ zusammen, das er im Jahr 1831 veröffentlichte.

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