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Wegen der Corona-Pandemie : Bayreuther Festspiele sind abgesagt

Lange hatte man im Richard-Wagner-Festspielhaus gehofft, die Bayreuther Festspiele auch in diesem Jahr stattfinden lassen zu können. Bild: dpa

Einen Tag vor dem geplanten Probenbeginn für die Neuinszenierung des „Rings der Nibelungen“ haben die zuständigen Gremien der Bayreuther Festspiele nach Informationen der F.A.Z. bekanntgegeben, dass das Festival in diesem Jahr nicht stattfinden kann.

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          Es ist eine schwere Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth werden wegen der Corona-Pandemie in diesem Sommer nicht stattfinden. Darauf einigten sich die zuständigen Gremien des Stiftungsrates, der Geschäftsführung, der künstlerischen Leitung und der örtlichen Behörden an diesem Dienstagnachmittag.

          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Probenbeginn für die Neuinszenierung der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ hätte am 1. April sein sollen. Noch am Dienstagvormittag war erwogen worden, die Proben um vierzehn Tage zu verschieben. Doch bundesweit gilt voraussichtlich bis mindestens zum 20. April ein Gebot zur Kontaktvermeidung, das bei Opernproben unmöglich einzuhalten gewesen wäre. Techniker, Bühnenarbeiter, Solisten, das Inszenierungsteam – sie alle kommen sich nahe und berühren sich auch körperlich bei der Arbeit. Bei der derzeit hohen Ansteckungsgefahr wäre die Aufnahme der Proben grob fahrlässig gewesen. Dass es momentan eine große Entrüstung über die Fortsetzung des Probenbetriebs an der Bayerischen Staatsoper in München gibt, mag die Gremien in ihrer Entscheidung der Absage noch bestärkt haben.

          Zudem verlangen die Gäste der Bayreuther Festspiele Klarheit, da sie für die Opernvorstellungen oft von weither anreisen und deshalb langfristig planen müssen. Der Festspielbeginn wäre am 25. Juli gewesen. Auch die Wiederaufnahmen weiterer Wagner-Inszenierungen wurden zur Vermeidung von Infektionen bei den Mitwirkenden und beim Publikum abgesagt, wenngleich sie weniger Probenvorlauf benötigen.

          Da die Sängerbesetzung für den „Ring des Nibelungen“  auf Jahre im Voraus verplant ist, stehen viele der Solisten auch 2021 nicht für die lange Probenzeit einer Neueinstudierung mit dem Dirigenten Pietari Inkinen und dem Regisseur Valentin Schwarz vor den Festspielen zur Verfügung. Deshalb kann mit der gemeinsamen Erarbeitung wahrscheinlich erst im Sommer 2021 begonnen werden. So ist mit dem neuen „Ring“ statt für 2020 erst zwei Jahre später, für 2022, zu rechnen.

          Man kann diese Entscheidung, so bedauerlich sie ist, künstlerisch sehr gut nachvollziehen. Vor allem aber ist sie verantwortungsvoll gegenüber den Mitwirkenden und dem Publikum der Bayreuther Festspiele. Inwieweit die finanziellen Verluste für die Festspiele selbst, besonders aber für die freiberuflich Beschäftigten aufgefangen oder zumindest gemindert werden können, werden Beratungen der nächsten Wochen ergeben.

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