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„Tannhäuser“ in Bayreuth : Glanz und Elend der Libertinage

Zwei Freaks auf dem Weg ins Opernhaus. Stephen Gould als Tannhäuser und Elena Zhidkova als Venus. Bild: Bayreuth Festspiele 2019/ Enrico Nawrath

Tobias Kratzer beschenkt Bayreuth mit einem genialischen „Tannhäuser“. Valery Gergiev wird ausgebuht – allerdings nicht für sein kraftvolles Dirigat.

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          Um 13.19 Uhr nähert sich ein Hubschrauber von Süden her der Stadt Bayreuth. „Gergiev! Da kommt Valery Gergiev!“, ruft jemand an der Bushaltestelle. Und er hat wahrscheinlich sogar recht. Wie sonst sollte das alles zu schaffen sein? Proben zu Giuseppe Verdis Oper „Simon Boccanegra“ in Salzburg, wo am 15. August Premiere sein wird, dann hier die Premiere von Richard Wagners „Tannhäuser“ mit fünf Folgevorstellungen, die letzten vier davon in stetem Wechsel mit Verdi in Salzburg – das geht doch nicht.

          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Als Katharina Wagner den russischen Dirigenten für „Tannhäuser“ verpflichtete, ließ sie die Anzahl der Proben vertraglich festlegen. Und Gergiev – der Mann, der nicht zu fassen ist und mit Flugzeugen, die schneller fliegen, als die Erde sich dreht, an einem Tag ein Konzert zur gleichen Uhrzeit an verschiedenen Punkten des Globus dirigieren könnte – hat sich tatsächlich an den Vertrag gehalten. Nur zweimal soll er zu spät gekommen sein. Das Stück kennt er mittlerweile; er hat es geübt auf seinem Festival „Weiße Nächte“ in St. Petersburg. Und was nun hier in Bayreuth aus dem verdeckten Graben kommt, reißt mit.

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