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MeToo-Vorwürfe : Die Frauen von Bayreuth

Festspielleiterin Katharina Wagner Bild: dpa

Kurz vor Beginn der Bayreuther Festspiele kursieren Gerüchte über Sexismus und autoritäres Verhalten auf dem Grünen Hügel. Katharina Wagner will hart durchgreifen. Auch künstlerisch setzt sie vermehrt auf Frauen.

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          Mit nur vier Worten hat Katharina Wagner, künstlerische Leiterin der heute beginnenden Bayreuther Festspiele und Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, am Wochenende dem Dirigenten Christian Thielemann seine Grenzen gezeigt. Thielemann habe sich, so berichtete es bei der offiziellen Pressekonferenz Georg von Waldenfels, der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Festspiele, im persönlichen Gespräch irritiert darüber geäußert, dass es im Festspielorchester „so viele neue Gesichter“ gäbe. Konkret soll sich seine Irritation auf zwei Kontrabassistinnen bezogen haben. Doch Waldenfels habe Thielemann gesagt, dass die Festspielleitung hier keine Umbesetzung vornehmen konnte. Da warf Wagner in der Konferenz ein: „und auch nicht wollte“. Das war leise, aber deutlich. Wagner setzte nach, dass die betreffende Kontrabassistin nicht ersetzt werde, einfach weil sie eine gute Musikerin sei.

          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Der Vorfall, wie auch immer er sich zugetragen haben mag, war an die örtliche Presse gelangt und dort ausgebreitet worden, als habe sich Thielemann autoritär, herablassend und frauenfeindlich geäußert. Das ist, so Waldenfels, nach bisherigen Erkenntnissen unwahr. Auch die betreffenden Frauen haben selbst keine verbalen Attacken oder Unhöflichkeiten Thielemanns beklagt. Thielemanns Unmut habe sich gegen neue Musiker im allgemeinen gerichtet, unabhängig davon, ob sie Männer oder Frauen seien, behauptete Waldenfels. Aber man muss klar festhalten, dass die Zusammensetzung des Festspielorchesters nicht mehr zum Zuständigkeitsbereich Thielemanns gehört, der nur bis 2019 offiziell „Musikdirektor“ der Festspiele gewesen war. Er ist inzwischen lediglich ein Dirigent neben anderen wie Cornelius Meister, Markus Poschner oder Oksana Lyniv.

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