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Bayreuth : Familienstreit überschattet Wolfgang Wagners Trauerfeier

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Will draußen bleiben: Nike Wagner Bild: ddp

Weil sie sich bei der Sitzordnung zu Wolfgang Wagners Trauerfeier zurückgesetzt fühlten, sagten Nike Wagner und ihre Geschwister ihr Erscheinen im Bayreuther Festspielhaus ab. Die Kinder Wieland Wagners hatten zuvor bei der Festspielleitung vergeblich um eine bessere Platzierung gebeten.

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          Ein Familienstreit um die Sitzordnung überschattet die Trauerfeier für Wolfgang Wagner an diesem Sonntag. Der langjährige Leiter der Bayreuther Festspiele war Ende März gestorben. In einer am Freitag verbreiteten Erklärung beklagten die Nichte von Wolfgang Wagner, Nike Wagner, sowie ihre drei Geschwister Iris, Wolf Siegfried und Daphne, bei dem Festakt nicht angemessene Plätze zu bekommen. Aus diesem Grund lehnten sie ihre Teilnahme bei der Trauerfeier im Bayreuther Festspielhaus ab.

          In der Erklärung heißt es, es sei guter Brauch in der Familie Wagner, nach Todesfällen eng zusammenzurücken. „Wir, die Nachkommen von Wieland Wagner und unser Vetter Gottfried Wagner, wollten diese Tradition aufrechterhalten und baten die Festspielleitung bei der Trauerfeier für Wolfgang Wagner um ein Placement, das diesen Zusammenhalt nach außen zeigt.“

          Ein Bild von Zerrissenheit

          Leider hätten die beiden Festspielleiterinnen Katharina Wagner und ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier diese Bitte „abschlägig beschieden“. Zudem beklagten die Unterzeichner, dass Wolfgang Wagners Sohn Gottfried überhaupt nicht zur Trauerfeier eingeladen worden sei. Ihm werde verweigert, „vom lebenden wie auch vom toten Vater Abschied zu nehmen“, heißt es in der Erklärung.

          „Um nicht das Bild von Zerrissenheit in die Öffentlichkeit zu tragen, werden Iris, Wolf-Siegfried, Nike, Daphne und Gottfried Wagner daher an dem Festakt nicht teilnehmen“, betonen die fünf Unterzeichner der Erklärung. Nike Wagner selbst war am Freitagabend nicht erreichbar. Die Sprecherin des von Nike Wagner geleiteten Weimarer Kunstfestes bestätigte aber die Echtheit der Erklärung. Von der Bayreuther Festspielleitung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

          Der langjährige Leiter der Bayreuther Festspiele und Enkel Richard Wagners war am 21. März im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Bayreuth gestorben. 57 Jahre lang, von 1951 bis 2008, stand er an der Spitze der weltberühmten Richard-Wagner-Festspiele, davon mehr als 40 Jahre in alleiniger Verantwortung. Zum 1. September 2008, zwei Tage nach seinem 89. Geburtstag, übergab er die Festspielleitung an seine Töchter, die Halbschwestern Eva Wagner-Pasquier (64) und Katharina Wagner (31).

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