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Theater in Frankreich : Jetzt im Spielplan: Sozialer Protest

  • -Aktualisiert am

Protestkonzert vor dem Pariser Odéon-Theater am 27. März 2021. Inzwischen ist das Theater gewaltsam besetzt worden. Bild: AFP

In Frankreich leiden besonders die Bühnentechniker und Zeitvertragsarbeiter unter der Schließung der Kultureinrichtungen. Sie protestieren jetzt landesweit mit Hausbesetzungen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen.

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          Auf die Frage „Warum Theater?“ entgegnete Heiner Müller 1995, die einzige Möglichkeit herauszufinden, was eine Antwort sein könnte, wäre, für längere Zeit alle Theater der Welt zu schließen. „Ein Jahr lang gibt es kein Theater, und dann weiß man hinterher vielleicht, warum Theater.“ Der Ausspruch wird dieser Tage gern zitiert; nun hat er auch den Weg nach Frankreich gefunden. Bei der täglichen Redestunde von Theaterbesetzern vor dem Odéon-Théâtre de l’Europe in Paris wurde er erst vor wenigen Tagen durch den Moderator angeführt. Und er fügte hinzu: „Wir sind jetzt so weit.“

          Tatsächlich konnten Frankreichs Bühnen seit dem ersten von mittlerweile drei landesweiten Lockdowns binnen dreizehn Monaten lediglich zwischen Juni und Oktober spielen (wobei fast alle Theater zwischen Juli und Mitte September Sommerpause machen). Während für jene Künstlerinnen und Techniker, die über eine Festanstellung verfügen, das Geld nicht allzu knapp wird, geraten die „intermittents du spectacle“, die Kulturarbeiter im audiovisuellen Bereich und im Bühnensektor mit Zeitverträgen, ernsthaft in finanzielle Not. Der Moderator fasste es in eine Zahl: Innerhalb eines Jahrs sei die Gesamtlohnsumme der „intermittents“ um 37 Prozent geschrumpft.

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