https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/
Betterov singt die Texte, die man hören will: Hier bei der Verleihung des Preises für Popkultur in Berlin, Oktober 2022

Betterov in Frankfurt : Er trifft einen Nerv

Warum ist dieser Mann so erfolgreich? Keine Frage, die Texte sind klasse bei Manuel Bittorf alias Betterov. Am Musikalischen wäre aber wie beim Auftritt im Frankfurter Klub „Das Bett“ noch was zu machen.
Tilda Swinton im scharlachroten Seiden-Outfit von Laura Betti in „I racconti di Canterbury“, hinter ihr Olivier Saillard

Modetheater in Paris : Anprobe mit Schwindelgefühlen

Aus Seidenpapier gewickelte Holzgebilde: Tilda Swinton und Olivier Saillard zeigen ihr extravagantes Modetheaterstück „Embodying Pasolini“ in Paris und machen damit Furore.
Ganz schön aufgetakelt für die Dorfkneipe in Ithaka: Manuela Sonntag, Dora Pavlíková und Elena Trobisch.

Winteroper Schwetzingen : Auf einen Korn mit Circe

Homer in Hamburg? Gab es alles. Im Schloss Schwetzingen ist jetzt Reinhard Keisers Barockoper „Ulysses“ zu sehen – herzerwärmend norddeutsch.

Braucht Deutschland einen Monarchen? : Heute ein König

Ein Prinz Reuß wollte Herrscher von Deutschland werden. Was nicht nur an seinen verbrecherischen Methoden und seinen widerwärtigen politischen Haltungen gescheitert ist. Dem Mann mangelt es auch an Stil.

Alles außer Fußball : Früher war mehr WM-Klimbim

Früher war mehr Lametta – oder zumindest mehr Merchandise. In diesem Jahr stehen nur noch traurige Reste von Fanartikeln in hinteren Ecken der Supermärkte herum.

Franzosen bei der WM : Keine Politik!

Ob sich der DFB bei den Franzosen etwas abschauen sollte? „Les Bleus“ lassen sich von der Politik nicht mehr instrumentalisieren – und haben Erfolg. Im Gegensatz zu den Deutschen.

Umfrage unter Kritikern : Der beste aller Filme

Alle zehn Jahre ermittelt eine britische Zeitschrift den besten Film der Geschichte – nach Ansicht der Kritiker. Zum ersten Mal hat eine Frau gewonnen: Chantal Akerman, mit „Jeanne Dielman, 23 quai du Commerce, 1080 Bruxelles“

Altarstreit in Naumburg : Steine im Rollen

Falsche Argumente, falsche Sichtweisen: Aber die internationale Denkmalschutzbehörde Icomos droht mit dem Entzug des Welterbetitels für den Naumburger Dom.

Fußball-WM : Stinkstiefel

Die Fußballer von 1982 gelten als die hässlichen Deutschen. Ein Dokumentarfilm animiert zum Umdenken: So verkehrt waren die Spieler gar nicht.

Alles außer Fußball : Das Traumfinale des Denksports

Die Fußball-WM in Qatar ist für die Deutschen vorbei. Da verlegen wir uns auf die WM des Denksports. Bei der tritt Slavoj Žižek gegen Werner Herzog an. Wer da wohl gewinnt?

Ehre den Japanern : Sayonara gaijin

Oh, was waren die Deutschen schlecht gegen Japan! Und erst die Spanier! Wer so jammert, der hat nicht verstanden, wie gut die Japaner bei dieser Fußball-WM bislang sind.
Seine Stimme erklingt in Frankfurt aus der Konserve gemeinsam mit der des Sohnes: John Miles (1949 bis 2021) war Musikdirektor der Night of the Proms.

Night of the Proms : Gut gelaunte Gäste

Zurück nach zwei Jahren Pandemiepause: In Frankfurt versammeln sich zur Night of the Proms alte Fahrensleute der Show, Stars der Achtziger und viel Publikum.

„Lohengrin“ in München : Elsa, womit verkehrst du da?

Abflug auf dem Meteor: Der neue „Lohengrin“ an der Bayerischen Staatsoper ist szenisch wirr, aber das Dirigat von François-Xavier Roth lichtet Richard Wagners Musik spürbar auf.
Beim Reden kann man am besten zuhören: Milan Peschel als Arbeiter Lutz und Martin Wuttke als Arbeiter Klaus in René Polleschs „Und jetzt?“

Theaterpremiere in Berlin : Wir sind keine Zeitgenossen!

Rene Pollesch wirft einen wehmütigen Blick in den zerkratzten Garderobenspiegel der Volksbühne. Seine Inszenierung von „Und jetzt?“ hat alles, was Theater braucht: drei Schauspieler und eine Gewissheit.

Seite 1/20

  • Feindesliebe in der „Jungfrau von Orléans“ (Düsseldorf): Lionel (Richard Šveda) hält Johanna (Maria Kataeva) im Arm.

    Zwei rare Tschaikowsky-Opern : Feind, Liebster, du berührst mich

    Soll man Tschaikowsky in Zeiten des russischen Krieges gegen die Ukraine noch spielen? Ja, man muss es sogar. Die Opern „Die Jungfrau von Orléans“ in Düsseldorf und „Die Zauberin“ in Frankfurt liefern starke Plädoyers.
  • Passt für viele: Rapper Marteria

    Marteria in Frankfurt : Vollkontakt für alle

    Viel los in der Frankfurter Festhalle: Die Fans sind feierfreudig. Und Marteria fällt beim Crowdsurfing fast in ein Loch.
  • Die echte Monika Haeger war in der ehemaligen DDR inoffizielle Mitarbeiterin der Stasi und gab 1990 in einem Interview umfassende Einblicke in ihre Tätigkeit als Spionin.

    Theaterstück in der Brotfabrik : Eine Stasi-Agentin erzählt

    Monika Haeger war Stasi-Agentin und packte nach dem Ende der DDR über ihr Handeln aus. Nun wurde dazu ein Theaterstück inszeniert. Um Entschuldigung, Reue oder Wiedergutmachung geht es dabei wahrlich nicht.
  • True Crime in Wiesbaden : Warum Mütter morden

    Sophia Aurich verwebt Grillparzer, Christa Wolf und einen wahren Fall zum „Fall Medea“. Heraus kommen 100 aufwühlende Minuten in der Wartburg des Staatstheaters Wiesbaden.
  • Aus diesem Köpfchen kommt noch was gekrochen: „Turandot“ an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam

    „Turandot“ in Amsterdam : Totentanz, liebestrunken

    Da kann die wahrhaft Liebende nur den Kopf schütteln: Barrie Kosky und Lorenzo Viotti inszenieren mit den Niederländischen Philharmonikern effektvoll die Widersprüche in Puccinis „Turandot“.
  • Im Maxim: Danilo (Thomas Blondelle, Mitte) und Njegus (Hans-Joachim Heist) amüsieren sich bei den Grisetten.

    „Lustige Witwe“ in Wiesbaden : Offensichtlicher Flachsinn

    Intendant Uwe Eric Laufenberg inszeniert Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ am Staatstheater Wiesbaden streng konventionell. Einzige Brechung ist der Auftritt von Komiker Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht.
  • Ausdrucksstarkes Körpertheater: Johannes Hegemann, Pascal Houdus und Oleksandr Yatsenko vergegenwärtigen Misshandlungen im Krieg.

    Gogol am Thalia Theater : Der russische Held gehört der Unterwelt

    Starauftritt des bösen Geistes: Kirill Serebrennikow inszeniert am Hamburger Thalia Theater das Antikriegsstück „Der Wij“ nach Nikolai Gogol. Das Stück, das er mit einem ukrainischen Koautor verfasst hat, beruht auf Dokumentartexten.
  • Neue CDs : Die schönste Musik zum Advent

    Von Norwegen bis Italien, von Engeln, Schafen und Lametta ist alles dabei unter den CD-Neuerscheinungen mit Musik zum Advent und zur Weihnacht. Da werden auch die fündig, die gar nicht singen wollen.
  • Abgesetzt: Szene aus Wajdi Mouawads Stück „Die Vögel“ am Münchner Metropoltheater

    Muslimisch-jüdische Kolumne : Romeo und Julia aus dem Nahen Osten

    Nach Antisemitismusvorwürfen wurde in München Wajdi Mouawads Stück „Vögel“ abgesetzt. Das ist ein Irrtum. Denn es zeichnet realistisch Konflikte in interreligiösen Beziehungen.
  • Ambitioniert: Florian Dreßler (links) und Florian Wäldele

    „Corona-Sinfonie“ : Musikalische Krisenbewältigung

    Das Duo The OhOhOhs führt mit Orchester in der Frankfurter Katharinenkirche erstmals seine „Corona-Sinfonie“ auf. Der erste Satz entstand in der ersten Phase der Pandemie.
  • Oper über Alan Turing : Mister Enigma

    Rendezvous mit Madame KI: In Nürnberg gelangt die Oper „Turing“ von Anno Schreier zur Uraufführung und begeistert das Publikum.
  • Neues Kunstliedfest in Berlin : Hören auf der Couch

    Neue Formen der Geselligkeit probiert das von Dietrich Henschel organisierte Liedfest im Kühlhaus Berlin aus: Sitzgrüppchen mit Weinbar sind der Kunst von Franz Schubert und Hugo Wolf nicht abträglich.
  • Neu gefasst und mit Akkordeon: Jacopo Godani zeigt ein Best of seiner Compagnie im Schauspiel.

    Jacopo Godani im Schauspiel : Anthologie des Tanzes

    Zum Ende seiner Tätigkeit in Frankfurt kann Jacopo Godani eine Art Werkschau in einem Abend zeigen: Am Schauspiel Frankfurt ist erstmals wieder Tanz zu sehen. Die Dresden Frankfurt Dance Company zeigt „Anthologie“.
  • Stimme mit Strahlkraft: Juan Diego Flórez, hier 2018 bei einem Auftritt in Moskau

    Juan Diego Flórez : Auf Pavarottis Spuren

    Bekannt geworden ist er als wendiger „Tenore di grazia“. Seitdem hat Juan Diego Flórez sein Repertoire erweitert. Kostproben gibt er in der Alten Oper Frankfurt.
  • Semyon Bychkov 70 : Inspiration ist die Folge von Arbeit

    Akribisches Partiturstudium zeichnet ihn ebenso aus wie humanitäre Empfindsamkeit. In London und Sankt Petersburg schätzt man ihn genauso wie in Paris und Bayreuth. Heute wird der Dirigent Semyon Bychkov siebzig Jahre alt.