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Lucerne Festival : Tschaikowsky wird langsam immer besser

Bühne frei für die nächste Generation: Russlands nationales Jugendorchester gibt die Ouvertüre vor der Eröffnung des Lucerne Festivals. Der Dirigent Valentin Uryupin beweist, dass Bedachtsamkeit zu genaueren Einsichten beim Hören führt.

Youtube-Entdeckung : Wie das Mittelalter rockt

Corona-Kreativität: Hanna Marti und Stef Conner gehen mit ihren „Riddle Songs“ auf Youtube klanglich und visuell ganz neue Wege in der Alten Musik.

Filmfestival in Locarno : Kippmoment

Erst nass, dann polternd: In Locarno schwebt beim diesjährigen Filmfestival die Melancholie mit dem schlechten Wetter davon, dann kommen die Überraschungen.

Mode fürs Weltall : Was trägt man auf dem Mond?

Aus der fürs Jahr 2024 avisierten Mondlandung der Amerikaner wird nichts. Die Raumanzüge werden nicht fertig. Sie sollten, auch modisch, überarbeitet werden.

Ungarn : Sind Volksmärchen politisch gefällig?

Ein Kulturfunktionär in der Vojvodina lehnt Ödön von Horvaths Stück „Kasimir und Karoline“ ab und wünscht sich mehr Märchen auf der Bühne. Eine gute Idee?

Stolperstein-App : Geschichtsmoralische Grundversorgung durch den WDR

Ist die Erinnerungspolitik in Deutschland ein Projekt quasi priesterlicher Meinungskontrolle? Diese Polemik ist überzogen, aber mit der Stolperstein-App des WDR kündigt sich ein Formwandel der Geschichtskultur an.

Instagram und die Kreativszene : Bling und Bilder

„Wir sind keine Foto-Sharing-App mehr“: Nachdem Instagram jüngst angekündigt hatte, massiv auf Videoinhalte zu setzen, bekommen Fotografen und Künstler kalte Füße.

Der Absagen-Laschet : Ich würde lieber nicht

Armin Laschet sagt lauter Medien-Auftritte ab und erinnert darin an eine literarische Figur. An Bartleby aus Herman Melvilles gleichnamiger Erzählung. Der sagt: „Ich möchte lieber nicht“.

Überwachung mit Wearables : Ich weiß, was du tust

Um Kinder und Tiere im Griff zu behalten, selbst wenn sie nicht in physischer Reichweite sind, gibt es immer mehr technische Möglichkeiten. Wo führt dieses Ausspionieren noch hin?

Messis Vereinswechsel : Alle haben ein bisschen geschlafen

Oft wirkt der Ausnahmefußballer Lionel Messi der Wirklichkeit entrückt. Aber sein offenbar ungewollter Vereinswechsel trägt Züge einer kollektiven Siesta.
Von Blumen bedeckt: Mané Galoyan (liegend) als Luisa Miller in Christof Loys Verdi-Inszenierung

Opernfestival Glyndebourne : Keine Wolga, nirgends

Beim Festival in Glyndebourne gab es dieses Jahr viel Symbolisches und Rätselhaftes in Opern von Janáček und Rossini. „Luisa Miller“ von Giuseppe Verdi aber wurde von Christof Loy vorbildlich klar inszeniert.

Theaterpremiere in Salzburg : Drama auf der Baustelle

Vom Autor selbst in die Schublade gelegt, vom Regisseur in die Moderne hineingezogen: Jossi Wieler inszeniert „Das Bergwerk zu Falun“ von Hugo von Hofmannsthal im Salzburger Landestheater.

Bruckner-Symphonien auf DVD : Sensibler Querschädel

In Sankt Florian, wo Anton Bruckner begraben liegt, haben Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker alle Bruckner-Symphonien aufgenommen. Das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen.

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  • Von links nach rechts: Wilhelm Grosz, Ernst Krenek, Philipp Jarnach und Alois Hába.

    Donaueschinger Musiktage : Allianz aus Avantgarde und Adel

    Wo ein Fürst dem Fortschritt frönt und Arnold Schönberg sich unterwürfig zeigt: Ein Prachtband beleuchtet die Frühgeschichte der Donaueschinger Musiktage und blendet auch die Nazi-Verstrickungen des Mäzens nicht aus.
  • Bachwoche Ansbach : Ein Quell fließenden Silbersingsangs

    Die Bachwoche Ansbach beeindruckt wieder mit einem Programm, das wache, kluge Hörer voraussetzt. In diesem Jahr lässt es sich von Könnern wie Francesco Piemontesi, Gidon Kremer und Olivier Latry herausfordern.
  • Sinnsensibel: Der Regisseur Jossi Wieler bei den Proben in diesem Sommer in Salzburg

    Zum 70. von Jossi Wieler : Der Texthineinhorcher

    Ein höflicher Welt- und Menschenkenner, der seinen Zuschauern Raum für eigene Gefühle lässt: Zum siebzigsten Geburtstag von Jossi Wieler.
  • Villa Senar, von Süden gesehen

    Rachmaninows Schweizer Villa : Wo der Geist atmen kann

    Am Vierwaldstätter See liegt die Villa, die Sergej Rachmaninow sich 1933 bauen ließ. Sie ist ein Denkmal des Bauhaus-Stils. Noch ist sie für die Öffentlichkeit geschlossen. Aber zaghaft öffnet die Schatzkammer sich.
  • „Kann aus tschetschenischer Haft freigekauft werden“ steht auf dem Pappschild, das Lija Achedschakowa als trinkfreudige Babuschka Nuria um den Hals trägt.

    Russische Kulturpolitik : Verdammte Modernisierer

    Das Theaterstück „Erstes Brot“ erregte in Moskau Proteste von Patrioten und Nationalisten. Nun wollen Kulturfunktionäre die Spielpläne aller russischen Bühnen kontrollieren.
  • Das Leben ist vom Werk nicht zu trennen: In Barrie Koskys Inszenierung der „Meistersänger“ quälen die deutschen Meister den Beckmesser alias den Juden Hermann Levi (Johannes Martin Kränzle, liegend).

    Bayreuther Festspiele : Wo nimmt die Frau bloß diese Töne her?

    Katharina Wagner ist es gelungen, die Bayreuther Festspiele musikalisch und szenisch auf hohem Niveau zu konsolidieren. Die Wiederaufnahmen von „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tannhäuser“ beweisen es.
  • „Mild und leise, wie er lächelt“: Kelly God singt Isoldes Liebestod über dem liegenden Tristan (Stephen Gould).

    Bayreuther Festspiele : Mit Schiff und Schwert

    Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde" ist schon für Erwachsene eine Zumutung. Dass man sie auch Kindern zutrauen kann, beweisen die Bayreuther Festspiele auf rührende Weise.
  • Erinnerung an Enrico Caruso : Einer wie eigens von Gott gesandt

    Der italienische Tenor hat der Schallplatte den Durchbruch gebracht durch seine einzigartige sängerische Kunst. Nach seinem Tod blieb er das Vorbild aller italienischen Tenöre. Erreicht wurde sein Können nie wieder.
  • Nichts ist hier, wie es scheint: Ensemble-Szene aus „Yester: Now“.

    Tanztheater in München : Achtung, aggressive Gespenster!

    Mit Kämpferfaust: Das Tanzdrama „Yester: Now“ von Moritz Ostrjuschnak wird im Münchner Gasteig uraufgeführt. Der Choreograph bezieht darin eine kritische Position zu vermeintlichen Wahrheiten in Massenmedien und dem Internet.
  • Kriegsahnung: Noch ist das Schlachtfeld vor Troja still und verlassen.

    „Dionysos Stadt“ in Offenbach : Zeus und der Mensch

    Zehn Stunden Theater: Die Münchner Kammerspiele bieten „Dionysos Stadt“ im Sommerbau in Offenbach dar. Dass das Werk nochmals gezeigt wird, ist an sich schon etwas Besonderes.
  • Wagners „Walküre“ in den Farben des Aktionskünstlers Hermann Nitsch, Bayreuth 2021

    Wagner-Festspiele 2021 : Die Innereien von Bayreuth

    Im vorigen Jahr mussten sie wegen Corona ausfallen, jetzt kehren die Wagner-Festspiele zurück. Mit der ersten Dirigentin in der Geschichte des Festivals. Einem feministischen „Holländer“. Und virtuellem Drachentöten für alle.