Sie wies mit Leichtigkeit, Wärme und Präzision der Rossini-Renaissance den Weg und war eine Carmen von gefährlicher Intelligenz. Jetzt trauert ihr Heimatland Spanien um eine seiner größten Sängerinnen der Nachkriegszeit: Teresa Berganza ist tot.
Altmeisterin Brigitte Fassbaender inszeniert Benjamins Brittens Oper „A Midsummer Night’s Dream“ ideenreich und atmosphärisch dicht im Bockenheimer Depot in Frankfurt. Dem Zuschauer bietet sich ein Raum der Fantasie.
Harry Vogt hat die Wittener Tage für Neue Kammermusik 33 Jahre lang geleitet und vielen Komponisten den Weg in die Welt geebnet. Jetzt endet seine Ära mit Werken, auf die er lange hatte warten müssen.
Um das Leistungsschutzrecht für die Presse wurde lange gekämpft. Inzwischen ist es da. Doch Facebook ignoriert es, Google zahlt Kleingeld. Die Verlage sehen alt aus. Und was macht das Bundeskartellamt?
Wo ist hier der Blick von außen? Die Documenta-Kuratoren des indonesischen Kollektivs Ruangrupa kommentieren die Antisemitismusvorwürfe in perfektem Bürokratendeutsch.
Hier hatte sich einst Puschkin unsterblich verliebt, und Sergej Eisenstein drehte „Panzerkreuzer Potemkin“. Putin hat Odessa als einzige Stadt in seiner Rede vom 9. Mai erwähnt. Eine Abendstimmung.
Elon Musk findet es „moralisch falsch und einfach nur dumm“, dass Donald Trump auf Twitter gesperrt wurde. Wirklich dumm aber wäre, Trump zurückzuholen. Denn der ist eine Gefahr für die Demokratie.
Für eine Handvoll Dollar: Eine Frau erwarb für sehr wenig Geld einen unschätzbaren römischen Marmorkopf in einem Secondhand-Laden im texanischen Austin. Der aber stellte sich als Beutekunst aus der Alten Welt heraus.
Auf deutschsprachigen Telegram-Kanälen dichtet die russische Propaganda Mitgliedern der Bundesregierung Nazi-Vorfahren an. Sie nimmt damit ein populäres Selbstbild der heutigen Deutschen auf, auf das sich auch Harald Welzer bei „Anne Will“ berief.
Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde, Dmitri Rogosin, greift Elon Musk an, weil der mit seinem Starlink-Internet die Ukraine unterstützt. Musk reagiert mit einem Scherz. Das ist schon etwas anderes als die „German Angst“.
Wer darf die böseste aller Shakespeare-Figuren spielen? Und wer darf es nicht? Warum nicht nur körperlich beeinträchtigte Menschen körperlich beeinträchtigte Figuren darstellen dürfen.
Wie man zu Techno tanzt: Die Frankfurter Choreographin Paula Rosolen bringt mit „16 Bit“ eine Hommage an die frühe Techno-Kultur auf die Bühne des Frankfurter Mousonturms.
Aus dem Ruder: Stephan Kimmig inszeniert in München eine dramatische Trilogie von Knut Hamsun, der wegen seiner Sympathie für die Nationalsozialisten umstritten bleibt.
„Les Troyens“ von Hector Berlioz ist eine Monumentaloper über den Krieg. An der Staatsoper in München glänzen die Sängerin Ekaterina Sementchuk und der Dirigent Daniele Rustioni. Die Regie jedoch inszeniert den Krieg als billige Orgie.
Rudelbildung bringt hier auch nicht mehr viel: Lilja Rupprecht inszeniert Thomas Melles Bearbeitung von Hesses „Steppenwolf“ am Deutschen Theater Berlin.
Man braucht ihn nicht an großen Chansonniers zu messen. Sein Genre ist poppiger Schlager, und den beherrscht er besser als jeder andere in Deutschland. Dem Sänger Roland Kaiser zum Siebzigsten.
Bis der Atem stockt: Das English Theatre Frankfurt zeigt Christopher Demos-Browns beklemmend aktuelle, Fragen von Rassismus und Polizeigewalt berührende Tragödie „American Son“ in einer vorzüglichen Inszenierung.
Die Fallhöhe von Wagners „Lohengrin“ wird am Staatstheater Darmstadt in der originellen und handwerklich perfekten Neuinszenierung von Andrea Moses deutlich. Hervorragend disponiert ist der Chor.
Ein Schmerzensmann in New York: Johanna Wehner inszeniert „Hiob“ nach dem Roman von Joseph Roth am Schauspiel Frankfurt. Für das Publikum gibt es dieses Mal keine Erlösung.
Der ukrainische Dichter Serhij Zhadan schrieb seine „Lieder von der Vertreibung und Nimmerwiederkehr“ noch vor dem Krieg. Bernhard Gander hat sie für die Münchner Biennale für Neues Musiktheater vertont.
Eine Chance, sich auszuprobieren: Mit „Atmen“ sind fünf junge Künstler aus Offenbach und Frankfurt Teil des Festivals der jungen Talente. Spielraum ist das Offene Haus der Kulturen auf dem Campus Bockenheim.
Glanz, Geist, Herz und Courage: Eva Mattes feiert mit einem musikalisch-literarischen Abend im Hamburger St. Pauli Theater die unvergessliche Diva Marlene Dietrich.
Die Dresdner Schlosskapelle war vor 400 Jahren der Wirkungsort des Komponisten Heinrich Schütz. Im Krieg zerstört, wird sie seit langem rekonstruiert. Für ein Konzert zum Schütz-Jubiläum durfte man sie kurz betreten.
Raues Straßenleben, sanfte Orakelsprüche und gewalttätiger Kitsch: Die 76. Ruhrfestspiele in Recklinghausen eröffnen mit William Kentridge und den Leuten von der Bochumer Straße.
Der Franzose Hilaire folgt auf den Russen Igor Zelensky - und tritt zum zweiten Mal in dessen Fußstapfen. In München will er die Klassiker schützen und die Zeitgenossen fördern.
„M“ heißt Joseph Roths Mendel in der Bühnenfassung von Johanna Wehner. M wie Matthias Redlhammer, der ihn am Schauspiel Frankfurt spielt. Dabei begann sein Berufsweg nicht als Schauspieler, sondern als „Gartenbauhilfsarbeiter“.
Wolf Biermanns Besuch in Italien ist überschattet vom Krieg. Fast resigniert klingt er schon – und ruft dann „Paff!“ ins Mikrofon, um die Leute wieder wachzurütteln.
Mit echtem Lindwurm und hopsender Kröte: Andreas Homoki inszeniert Richard Wagners „Rheingold“ am Opernhaus Zürich als drolliges Konversationsstück über die Geldprobleme des Komponisten selbst.
Philosoph der Bühne: Der russische Regisseur Anatoli Wassiljew hat eine einzigartige Theaterästhetik entwickelt, die zu den Quellen von Ritual und religiöser Erfahrung zurückführt. Nun wird er achtzig Jahre alt.
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Offener Brief von Ruangrupa : Die schlechtesten deutschen Sitten
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Russische Propaganda : Fingierter Nazihintergrund
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