Bühne frei für die nächste Generation: Russlands nationales Jugendorchester gibt die Ouvertüre vor der Eröffnung des Lucerne Festivals. Der Dirigent Valentin Uryupin beweist, dass Bedachtsamkeit zu genaueren Einsichten beim Hören führt.
Königin der Schmerzen: Warum die irische Dramatikerin mit ihren Stücken über Vergewaltigungsopfer, Transgenderfragen und Familientraumata auf die deutsche Bühne kommen muss.
Erst nass, dann polternd: In Locarno schwebt beim diesjährigen Filmfestival die Melancholie mit dem schlechten Wetter davon, dann kommen die Überraschungen.
Aus der fürs Jahr 2024 avisierten Mondlandung der Amerikaner wird nichts. Die Raumanzüge werden nicht fertig. Sie sollten, auch modisch, überarbeitet werden.
Ein Kulturfunktionär in der Vojvodina lehnt Ödön von Horvaths Stück „Kasimir und Karoline“ ab und wünscht sich mehr Märchen auf der Bühne. Eine gute Idee?
Ist die Erinnerungspolitik in Deutschland ein Projekt quasi priesterlicher Meinungskontrolle? Diese Polemik ist überzogen, aber mit der Stolperstein-App des WDR kündigt sich ein Formwandel der Geschichtskultur an.
„Wir sind keine Foto-Sharing-App mehr“: Nachdem Instagram jüngst angekündigt hatte, massiv auf Videoinhalte zu setzen, bekommen Fotografen und Künstler kalte Füße.
Armin Laschet sagt lauter Medien-Auftritte ab und erinnert darin an eine literarische Figur. An Bartleby aus Herman Melvilles gleichnamiger Erzählung. Der sagt: „Ich möchte lieber nicht“.
Um Kinder und Tiere im Griff zu behalten, selbst wenn sie nicht in physischer Reichweite sind, gibt es immer mehr technische Möglichkeiten. Wo führt dieses Ausspionieren noch hin?
Oft wirkt der Ausnahmefußballer Lionel Messi der Wirklichkeit entrückt. Aber sein offenbar ungewollter Vereinswechsel trägt Züge einer kollektiven Siesta.
Beim Festival in Glyndebourne gab es dieses Jahr viel Symbolisches und Rätselhaftes in Opern von Janáček und Rossini. „Luisa Miller“ von Giuseppe Verdi aber wurde von Christof Loy vorbildlich klar inszeniert.
Vom Autor selbst in die Schublade gelegt, vom Regisseur in die Moderne hineingezogen: Jossi Wieler inszeniert „Das Bergwerk zu Falun“ von Hugo von Hofmannsthal im Salzburger Landestheater.
In Sankt Florian, wo Anton Bruckner begraben liegt, haben Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker alle Bruckner-Symphonien aufgenommen. Das Ergebnis kann sich hören und sehen lassen.
Bei ihm gibt es keine halben Torten, und seine Liebe für Wiener Schnitzel wird nur von seiner Liebe zum Theater übertroffen: Dem Dramaturgen Hermann Beil zum achtzigsten Geburtstag.
„Kultur ist der Politik immer drei Schritte voraus“: Ein Gespräch mit der Pianistin Kiveli Dörken, Leiterin des Kammermusik-Festivals auf Lesbos, über den Sinn von Musik im politischen Krisengebiet.
Wir sind Bestandteil der Natur. Doch die Menschen heben sich gerne von ihr ab und sehen sich nicht als Teil dieser an. Wie Musik und Mythos zwischen Mensch und Natur vermitteln.
Vor sechstausend Gästen zeigt sich Anna Netrebko in Giacomo Puccinis Oper „Turandot“ auf dem Zenit ihrer stimmlichen Kunst. Die Männer auf der Bühne und vor dem Orchester haben es in der Arena in Verona ziemlich schwer.
Wo ein Fürst dem Fortschritt frönt und Arnold Schönberg sich unterwürfig zeigt: Ein Prachtband beleuchtet die Frühgeschichte der Donaueschinger Musiktage und blendet auch die Nazi-Verstrickungen des Mäzens nicht aus.
Die Bachwoche Ansbach beeindruckt wieder mit einem Programm, das wache, kluge Hörer voraussetzt. In diesem Jahr lässt es sich von Könnern wie Francesco Piemontesi, Gidon Kremer und Olivier Latry herausfordern.
Am Vierwaldstätter See liegt die Villa, die Sergej Rachmaninow sich 1933 bauen ließ. Sie ist ein Denkmal des Bauhaus-Stils. Noch ist sie für die Öffentlichkeit geschlossen. Aber zaghaft öffnet die Schatzkammer sich.
Das Theaterstück „Erstes Brot“ erregte in Moskau Proteste von Patrioten und Nationalisten. Nun wollen Kulturfunktionäre die Spielpläne aller russischen Bühnen kontrollieren.
Katharina Wagner ist es gelungen, die Bayreuther Festspiele musikalisch und szenisch auf hohem Niveau zu konsolidieren. Die Wiederaufnahmen von „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tannhäuser“ beweisen es.
Richard Wagners Oper "Tristan und Isolde" ist schon für Erwachsene eine Zumutung. Dass man sie auch Kindern zutrauen kann, beweisen die Bayreuther Festspiele auf rührende Weise.
Der italienische Tenor hat der Schallplatte den Durchbruch gebracht durch seine einzigartige sängerische Kunst. Nach seinem Tod blieb er das Vorbild aller italienischen Tenöre. Erreicht wurde sein Können nie wieder.
Mit Kämpferfaust: Das Tanzdrama „Yester: Now“ von Moritz Ostrjuschnak wird im Münchner Gasteig uraufgeführt. Der Choreograph bezieht darin eine kritische Position zu vermeintlichen Wahrheiten in Massenmedien und dem Internet.
Zehn Stunden Theater: Die Münchner Kammerspiele bieten „Dionysos Stadt“ im Sommerbau in Offenbach dar. Dass das Werk nochmals gezeigt wird, ist an sich schon etwas Besonderes.
Im vorigen Jahr mussten sie wegen Corona ausfallen, jetzt kehren die Wagner-Festspiele zurück. Mit der ersten Dirigentin in der Geschichte des Festivals. Einem feministischen „Holländer“. Und virtuellem Drachentöten für alle.
Jordi Savall hat die Gambe und die Musik der iberischen Halbinsel wiederbelebt. Doch sein eigentliches Interesse gilt dem Dialog der Kulturen. Heute wird er achtzig Jahre alt.
Filmfestival in Locarno : Kippmoment
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Elena Witzeck
Mode fürs Weltall : Was trägt man auf dem Mond?
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Jugendliche auf Instagram : Damit sie nicht zu Zirkusäffchen werden
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Ungarn : Sind Volksmärchen politisch gefällig?
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Stolperstein-App : Geschichtsmoralische Grundversorgung durch den WDR
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Instagram und die Kreativszene : Bling und Bilder
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Der Absagen-Laschet : Ich würde lieber nicht
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Überwachung mit Wearables : Ich weiß, was du tust
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Messis Vereinswechsel : Alle haben ein bisschen geschlafen
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