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Bildmächtige Produktion: Die israelische Sopranistin Hila Baggio (Bildmitte) in der Titelpartie der Oper „La Traviata“

La Traviata in Darmstadt : Jenseits des Paradieses

Starke Bilder liefert Karsten Wiegands Darmstädter Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper „La Traviata“. Musikalisch fällt die Aufführung indes uneinheitlich aus.

Zustände in Zügen : Klagegesang eines Schaffners

Was macht man als Zugbegleiter mit Berufsethos, wenn an einem winterlichen Vorabend nach stundenlanger Wartezeit eine ausgehungerte Fahrgastschar in die Waggons stürmt, aber kein Personal fürs Restaurant verfügbar ist? Man träumt.

Asteroid „2023 BU“ : Himmel!

Noch unentdeckte Brocken sind das eigentliche Problem: Der Asteroid „2023 BU“ war auf Kollisionskurs mit der Erde, passiert ist nichts, auch zur Freude der Kelten.

Künstliche Intelligenz : Turing-Test

Künstliche Intelligenz kann kenntnisreiche Texte über Hegels Logik schreiben. Trotzdem würden wir uns nicht mit einem Algorithmus zum Cappuccino verabreden. Worin genau unterscheiden sich Apparatur und Mensch?

„Im Westen nichts Neues“ : Großes Kino sieht anders aus

Edward Bergers Kriegsfilm „Im Westen nichts Neues“ nach dem Roman von Erich Maria Remarque ist für neun Oscars nominiert. Zu viel der Ehre für den deutschen Regisseur?

Verhafteter Mafiaboss Denaro : Paten-Joker

Für die Mafia bedeutete „Der Pate“ enormen Imagegewinn. Nahm auch der verhaftete Cosa-Nostra-Boss Denaro Anleihen aus der Welt des Films? Zwei Gemälde, in seinem Versteck gefunden, weisen in unterschiedliche Richtungen.

Siemens-Musikpreis : Auf Haut geschrieben

Mit einer Viertelmillion Euro ist der Ernst von Siemens-Musikpreis einer der weltweit höchstdotierten Preise für Musik. In diesem Jahr geht er an den englischen Komponisten Sir George Benjamin.
Einer steht immer am Rand: Victor Ijdens, Anne Rietmeijer, Jele Brückner und im Hintergrund Konstantin Bühler in Bochum.

Theater in Bochum : Wir sind, woran wir leiden

Hochgeschwindigkeits-Mikado mit Rasierklingen: Guy Clemens inszeniert am Schauspielhaus Bochum Edward Albees Geschlechterkriegs-Klassiker „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“.
Vielseitiger Conférencier: Ulrich Tukur

Ulrich Tukur in der Alten Oper : „Ein Gang durch die Halbwelten“

Als Schauspieler, Sänger, Akkordeonspieler, Pianist und Moderator hat Ulrich Tukur viel zu tun im neuen „Kiezpalast“ mit dem hr-Sinfonieorchester in der Frankfurter Alten Oper: Es geht um die Vermittlung klassischer Musik.

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  • Die aktuelle Produktpalette muss sitzen: Gerhard Polt als Bestattungsunternehmer in „A scheene Leich“.

    Polt ist zurück : Vom Leben und Sterbenlassen

    Lange erwartetes Comeback: An den Münchner Kammerspielen feiern Gerhard Polt und die Well Brüder „A scheene Leich“, eine Komödie über unseren Umgang mit dem Tod.
  • Der Täter und sein Opfer, grell in Szene gesetzt in Amsterdam von Ivo van Hove: Hans Kesting als Kurt und Eefje Paddenburg als Mädchen

    Theaterpremiere in Amsterdam : Eine junge Seele wird zerstört

    Spätkapitalistisches Erzähltheater: Ivo van Hove adaptiert am Internationaal Theater Amsterdam einen Roman über Pädophilie und präsentiert dabei die Statussymbole eines internationalistischen Regiestils.
  • „Mein Herz ist wie ein Flügel, den man zugeschlossen hat“: Lukas Vögler im Schatten des Panthers in Leonie Böhms Adaption von Tschechows „Drei Schwestern“

    Theaterpremiere in Zürich : Du bist fremd, fremd, fremd

    Meditation über Nähe und Distanz: Leonie Böhm verwandelt Tschechows „Drei Schwestern“ am Schauspielhaus Zürich in einen Männermonolog und fördert Erstaunliches über die Einsamkeit im digitalen Raum zutage.
  • „Parsifal“ in Genf : Blutbesudelt bis zum Schluss

    Jonathan Nott und Michael Thalheimer bringen in Genf „Parsifal“ von Richard Wagner auf die Bühne. Musikalisch ist der Eindruck stark, szenisch auch: Aus der Schuld gibt es keine Erlösung.
  • Ein politisch denkender Künstler: Milo Rau

    Von Sommer 2023 an : Milo Rau wird neuer Chef der Wiener Festwochen

    Mythisch, gewaltig, umstritten: Milo Rau wird von Juli 2023 an als Intendant die Leitung der Wiener Festwochen verantworten. Er kündigt an, sich dort für ein vielstimmiges, kämpferisches Welttheater einzusetzen.
  • Chaotische Verhältnisse in „Ruhe! Wir drehen!“: Das Durcheinander auf der Bühne ist perfekt.

    Komödie Frankfurt : Chaos und Nonsens auf der Bühne

    Chaotische Verhältnisse herrschen in „Ruhe! Wir drehen!“ nach der Vorlage von Dieter Hallervorden. An der Komödie Frankfurt wird der Klamauk nun aufgeführt.
  • Aussichtslos eingebunkert im Dauerkrieg: der Chor des Musiktheaters Linz

    Konwitschny inszeniert Verdi : Jetzt kommt Sinn ins Ganze

    Die Wurzel des Übels ist das autoritäre, patriarchalische Gefüge: Peter Konwitschny streicht Verdis „Macht des Schicksals“ auf das Nötigste zusammen. Das Ergebnis ist ein beklemmender Theaterabend in Linz.
  • Michael Wollny lässt mit seinem früheren Idol Joachim Kühn in Frankfurt die Funken sprühen.

    Wollny trifft Kühn : Zwei Flügel brennen

    Sie brauchen nur zwei Flügel und sich: Die Jazzpianisten Michael Wollny und Joachim Kühn sorgen in der Alten Oper für eine Sternstunde der Klaviermusik.
  • Wenn die Welt bedrohlich wird: Mara Widmann als Anna, Tochter des Astronomen (Mitte links), mit Marie Goyette als dessen Gattin (Mitte rechts).

    Drama von Leonid Andrejew in Freiburg : Die Hinrichtung wird verschoben

    In der Katastrophe leben: Das Revolutionsdrama „Hinauf zu den Sternen“ von Leonid Andrejew kommt als deutsche Erstaufführung am Theater Freiburg heraus. Ein Schneesturm beschwört darin das politische Unwetter.
  • Amadou Lamine Sow und das Ensemble aus dreizehn afrikanischen Ländern tanzen „Das Frühlingsopfer“.

    Tanztheater Pina Bausch : Afrikanisches Feuer, europäische Asche

    Boris Charmatz, der Leiter des Tanztheaters von Pina Bausch in Wuppertal, startet seine Direktion mit „Common Grounds“, „Cafe Müller“ und „Le Sacre“. Der dreiteilige Abend hinterlässt einen zwiespälitgen Eindruck.
  • Oper-Uraufführung in Frankfurt : Ein Tod wird angekündigt

    Poesie des Taumels: Vito Žuraj und Händl Klaus haben aus Thomas Manns Erzählung „Die Betrogene“ die Kammeroper „Blühen“ gemacht. Brigitte Fassbaender setzt die Uraufführung in Frankfurt ebenso mutig wie diskret in Szene.
  • Blaue Welten: Videoprojektionen von Meer und Tiefsee auf der fast leeren Bühne prägen die Inszenierung von Regisseurin Daniela Kerck.

    Staatstheater Wiesbaden : Die weiße Frau am Meer

    Antonín Dvořaks Oper „Rusalka“ am Staatstheater Wiesbaden zeigt eindrucksvolle Bilder. Die Aufführung überzeugt zudem mit starken Vokalisten.
  • Stéphane Lissner

    Stéphane Lissner : Oper, die etwas riskiert

    Ob am Théâtre du Châtelet, an der Pariser Nationaloper oder in Aix-en-Provence: Stéphane Lissner hat als Intendant immer für Glanz, Überraschung und Erneuerung gesorgt. Heute wird er siebzig Jahre alt.