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Robert M. Pirsig gestorben : Harley-Davidzen

Robert M. Pirsig (1928 - 2017). Bild: AP

Sein Roman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“ wurde von 121 Verlagen abgelehnt. Dann avancierte es zum Bestseller und Kultbuch: Zum Tod des Schriftstellers Robert M. Pirsig.

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          Sein Roman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten“, ist heute noch als jederzeit zitierfähiger Titel im Bewusstsein einer weltweiten Leserschaft verankert, auch wenn die tatsächlichen Lektüreeindrücke verblasst sind. Erschienen ist die Mischung aus Autobiographie, philosophischem Essay und Roadmovie, die nach Angaben ihres Autors Robert M. Pirsig zunächst 121 Verlage abgelehnt hatten, 1974. Aus dem Stand entwickelte sich der Bericht über eine siebzehntägige Motorradfahrt durch den amerikanischen Nordwesten zu einem Weltbestseller. Pirsig erzählt darin von einem (ihm recht ähnlichen) Vater, der mit seinem elfjährigen Sohn Chris sowie einem befreundeten Ehepaar durchs Hinterland gondelt und dabei über gutes und falsches Leben nachdenkt. Schuld an der dualen Weltsicht, die Körper und Geist in einen permanenten Konflikt stürzt, ist für Pirsig die griechische Philosophie.

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Das Buch traf einen Nerv, weltweit. Nobelpreisträger Orhan Pamuk ist nur einer von vielen Lesern, die von dieser Lektüre geprägt wurden. Pirsig war der Fan-Zirkus um seine Person ein Graus, mit New Age wollte er nichts zu tun haben. Er verstand sein Buch weder als Werbeschrift für den Buddhismus noch als philosophische Einstiegshilfe für Motorradschrauber, sondern charakterisierte es lieber als „Kulturträger“, das einen bevorstehenden Wandel ankündige. Der 1928 als Sohn eines juristischen Hochschullehrers und einer schwedischen Mutter in Minneapolis geborene Pirsig begann als Vierzehnjähriger ein Studium der Biochemie, kam damit aber nicht zu Rande. Er ging mit der Armee nach Korea, studierte Philosophie und überwarf sich erneut mit seinen Lehrern. Schließlich musste er sich wegen Schizophrenie behandeln lassen. 1991 legte er „Lila: oder ein Versuch über Moral“ vor, konnte aber nicht mehr an den Erfolg des Debüts anknüpfen. Am Montag ist Robert Maynard Pirsig im Alter von achtundachtzig Jahren in South Berwich/Maine gestorben.

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